Istanbul | Bildquelle: AFP

Regierung verschärft Reisewarnung Terrorgefahr - Israelis sollen die Türkei verlassen

Stand: 28.03.2016 13:15 Uhr

Wegen erhöhter Terrorgefahr sollen Israelis die Türkei umgehend verlassen. Die israelische Regierung verschärfte die Reisewarnung und sprach von einer "konkreten hohen Gefahr" neuer Attentate. Seit dem jüngsten Anschlag in Istanbul wurde bereits vor Türkei-Reisen gewarnt.

Israel hat seine Reisewarnung für die Türkei verschärft und seine Staatsangehörigen aufgefordert, das Land so rasch wie möglich zu verlassen.

Es bestehe eine "hohe konkrete Gefahr", dass Touristenattraktionen von Extremisten-Gruppen wie dem "Islamischen Staat" (IS) angegriffen würden, teilte die Anti-Terror-Behörde nach Beratungen mit. Deshalb werde empfohlen, "auf Reisen dorthin zu verzichten. Israelis, die sich gegenwärtig in der Türkei aufhalten, sollten so schnell wie möglich ausreisen".

Trotz angespannter Beziehungen zwischen beiden Ländern verbringen aufgrund der günstigen Kosten jährlich Zehntausende Israelis einen Urlaub in der Türkei.

Auf der dreistufigen Skala galt bereits Stufe 3, mit der vor Reisen in die Türkei gewarnt wird. Sie war nach dem Anschlag vom 19. März in Istanbul ausgerufen worden, bei dem drei israelische Touristen und ein Iraner getötet wurden. Zehn von rund 40 Verletzten waren ebenfalls Israelis.

Ein Mann stellt in der Nähe des Anschlagsorts in Istanbul Kerzen ab. | Bildquelle: REUTERS
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Ein Mann stellt in der Nähe des Anschlagsorts in Istanbul Kerzen ab. Bei dem Attentat starben auch israelische Touristen.

US-Botschaft warnt per E-Mail

Auch die US-Botschaft hatte Landsleute in der Türkei zu besonderer Wachsamkeit an den Osterfeiertagen aufgerufen. Per E-Mail wurde auf Berichte türkischer Medien hingewiesen, wonach die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) mit Angriffen auf Kirchen und Synagogen sowie diplomatische Vertretungen in der Türkei gedroht habe. US-Bürger wurden aufgefordert, sich unauffällig zu verhalten und von Menschenmengen fernzuhalten.

Wegen einer gezielten Terrorwarnung waren das deutsche Generalkonsulat in Istanbul, die Botschaft in Ankara und weitere deutsche Einrichtungen vorübergehend geschlossen. Das Auswärtige Amt rät deutschen Reisenden in der Türkei gegenwärtig zu erhöhter Vorsicht, vor allem in den Großstädten. Grundsätzlich abgeraten wird nur von Aufenthalten in den Grenzgebieten zu Syrien und dem Irak.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte nach dem vierten Selbstmordanschlag in diesem Jahr einen unerbittlichen Kampf gegen den Terrorismus ausgerufen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. März 2016 um 20:00 Uhr.

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