Palästinenser tragen im Gazastreifen einen jungen Mann zum Begräbnis. | Bildquelle: HAITHAM IMAD/EPA-EFE/REX/Shutter

Lage im Gazastreifen Feuerpause und Kriegsgefahr

Stand: 26.07.2018 08:11 Uhr

Die Hamas hat für den Gazastreifen eine Waffenruhe ausgerufen - vorerst. Doch Teile der radikalislamischen Organisation wollen wohl die Eskalation.

Von Benjamin Hammer, ARD-Studio Tel Aviv

Die israelische Armee hat den Ausnahmezustand für die Bewohner der israelischen Dörfer im Grenzgebiet zum Gazastreifen aufgehoben - vorerst. Gestern war ein israelischer Soldat von einem palästinensischen Scharfschützen getötet worden. Die israelische Luftwaffe flog als Reaktion Angriffe auf mehr als 60 Stellungen und Gebäude der Hamas. Dabei wurden vier Palästinenser getötet. Militante Palästinenser schossen Raketen auf Israel.

In der Nacht verkündete die islamistische Hamas dann eine Waffenruhe mit Israel. So eine angebliche Vereinbarung gab es in diesem Jahr schon zwei Mal und sie hielt jeweils nicht lange an.

Waffenruhe am Gaza-Streifen
tagesthemen 23:25 Uhr, 22.07.2018, Susanne Glass, ARD Tel Aviv

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Die Hamas ist gespalten

Israelische Journalisten spekulieren darüber, ob es bald zu einem neuen Krieg kommt. Demnach gibt es innerhalb der Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert, unterschiedliche Auffassungen. Der militärische Arm wolle einen Krieg, die politische Führung lehne dies ab. Dies könnte erklären, warum zwar die Hamas einerseits indirekt mit Israel über Waffenruhen verhandelt, militante Palästinenser jedoch weiterhin Israel angreifen.

Vor der jüngsten Eskalation hatte die Hamas zumindest in der Öffentlichkeit keine Anzeichen gegeben, dass sie die Lage deeskalieren wird. Khalil al Hayya, der stellvertretende Anführer der Hamas im Gazastreifen, gab sich vor der jüngsten Eskalation kämpferisch. "Unser Widerstand wird die Waffen weiter erheben, unsere Proteste werden weitergehen." Die Strategie beinhalte Flugdrachen mit Brandsätzen.

Die Hamas will Israel dazu bringen, die weitgehende Blockade des Gazastreifens aufzuheben. Die Blockade, an der sich häufig auch Ägypten beteiligt, ist ein Grund für die desolate humanitäre Lage im Gazastreifen.

Gaza | Bildquelle: AFP
galerie

Die Lage an den Grenzanlagen zwischen dem Gazastreifen und Israel ist seit Monaten angespannt. (Foto aus dem Mai dieses Jahres)

"Eine breite und schmerzhafte Militäroperation"

Der UN-Gesandte für den Nahen Osten, Nikolai Mladenow, wandte sich mit deutlichen Worten an die Palästinenser: Jeder im Gazastreifen müsse nun vom Abgrund zurücktreten. Nicht in der nächsten Woche. Sondern sofort.

Vertreter der israelischen Regierung denken laut darüber nach, dass die Armee in den Gazastreifen einmarschieren könnte, um einen Regimewechsel herbeizuführen. Israel könnte dabei helfen, die Hamas durch die gemäßigtere palästinensische Autonomiebehörde zu ersetzen. Gleichzeitig betonen Armeevertreter: Man sei nicht an einer weiteren Eskalation interessiert.

"Wir versuchen, vorsichtig und verantwortlich vorzugehen", hatte Verteidigungsminister Avigdor Lieberman noch vor der neuen Gewalt gesagt. "Aber die Anführer der Hamas zwingen uns in eine Lage, in der wir keine andere Wahl mehr haben, als eine breite und schmerzhafte Militäroperation zu führen."

Was der Verteidigungsminister als "Militäroperation" bezeichnet, wäre ein weiterer Krieg zwischen Israel und der Hamas.

Waffenruhe - vorerst - die Lage im und am Gazastreifen
Benjamin Hammer, BR Tel Aviv
21.07.2018 12:54 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Juli 2018 um 09:50 Uhr.

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