Gegenseitige Angriffe dauern an Israel zerstört Hochhaus in Gaza-Stadt

Stand: 13.01.2016 17:10 Uhr

Bei einem israelischen Luftangriff auf ein 13-stöckiges Wohnhaus in Gaza-Stadt sind mindestens 17 Menschen verletzt worden. Das teilten Mediziner in Gaza mit. Die Einschläge von zwei Raketen ließen das Gebäude einstürzen. Anwohnern zufolge hatten 44 Familien in dem Gebäude gewohnt.

Die israelische Armee behauptet, dass die radikalislamische Hamas das Haus als Kommandozentrale nutze. Man habe zuerst eine Warnrakete auf das Dach abgefeuert, fünf Minuten später seien dann die scharfen Lenkwaffen eingeschlagen.

Über dem Al-Zafir-Wohnhaus steigt nach einem israelischen Luftangriff eine riesige Rauchwolke auf. | Bildquelle: dpa
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Das Al-Zafir-Wohnhaus stürzte nach den Raketentreffern ein.

Israel warf über dem Gazastreifen erneut Flugblätter ab. In diesen rief sie die palästinensischen Bewohner auf, sich von Orten fernzuhalten, an denen Militante Raketen oder Granaten abschießen. Dies geschehe "im Licht bevorstehender Angriffe", schrieb die israelische Armee auf Twitter.

We've distributed leaflets over Gaza warning the residents to keep away from terrorist sites and activities. http://t.co/kz9agz9TVV

Dieser Beschuss Israels wurde auch heute fortgesetzt. Eine Armeesprecherin sagte, bis zum Nachmittag seien rund 45 Raketen auf ihr Land abgefeuert worden.

Ägypten und Abbas fordern Gespräche

Angesichts der gegenseitigen Angriffe forderte Ägypten die Palästinenser und Israel zu einem Stopp der Kämpfe und weiteren Verhandlungen auf. Beide Seiten müssten die Gespräche fortsetzen, erklärte das Außenministerium in Kairo. Die ägyptische Regierung vermittelte bereits mehrfach in dem Konflikt. Die indirekten Verhandlungen waren am Dienstag vorerst gescheitert, nachdem palästinensische Extremisten während einer Feuerpause Raketen auf Israel abschossen. Daraufhin nahm auch die israelische Armee ihre Angriffe wieder auf.

Auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas forderte erneut ein Ende der Kämpfe. Die Konfliktparteien müssten sobald wie möglich an den Verhandlungstisch zurückkehren, sagte er bei einer Pressekonferenz in Kairo. Nur so könnten "mehr Blutvergießen und Zerstörung verhindert werden". Zuvor hatte sich Abbas mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al Sisi getroffen. Am Freitag hatte er in Katar mit Hamas-Chef Chaled Maschaal gesprochen. Über den Inhalt der Gespräche wurde nichts mitgeteilt.

Hamas lässt angebliche Informanten hinrichten

Unterdessen sucht die Hamas weiter nach Informanten der israelischen Armee. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Maan erschossen militante Palästinenser vier Männer, die der Zusammenarbeit mit Israel bezichtigt wurden. Die mutmaßlichen Spitzel wurden demnach vor Augenzeugen im Hof einer Moschee im Norden des Gazastreifens hingerichtet. Laut Hamas gab es zuvor einen Prozess.

Bereits am Donnerstag und Freitag hatten die Extremisten mindestens 21 Männer getötet, die mit Israel zusammengearbeitet haben sollen.

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