Israels Minister für innere Sicherheit, Gilad Erdan. | Bildquelle: AP

Wegen Boykottaufrufen Israel verwehrt NGO-Vertretern Einreise

Stand: 07.01.2018 19:16 Uhr

Sie rufen zum Boykott Israels auf - deswegen wird Vertreten von diversen NGOs künftig die Einreise in das Land verweigert. Der zuständige Minister nannte 20 betroffene Organisationen. Grundlage ist ein im März beschlossenes Gesetz.

Israel will Vertretern von 20 Nichtregierungsorganisationen (NGO), die zu einem Boykott des Landes aufrufen, künftig die Einreise verweigern. Eine entsprechende Liste wurde veröffentlicht.

"Wir haben von Verteidigung auf Angriff umgeschaltet", erklärte der Minister für innere Sicherheit, Gilad Erdan. "Die Boykottorganisationen müssen wissen, dass der Staat Israel gegen sie handeln wird." Grundlage für den Schritt ist ein im März beschlossenes Gesetz.

Britische und US-Organisationen betroffen

Auf der Liste stehen unter anderem mehrere Ableger der Kampagne BDS (Boycott, Divestment and Sanctions), die mit Boykottaufrufen gegen die israelische Besatzungspolitik in den Palästinensergebieten protestiert.

Aufgeführt werden auch die britische Hilfsorganisation War on Want und die 1947 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Quäker-Organisation American Friends Service Committee, außerdem die Friends of Al-Aqsa (FOA) aus Europa und aus den USA Code Pink und die Jewish Voice for Peace (JVP).

Pink-Floyd-Star Roger Waters gilt als einer der zentralen Unterstützer der BDS-Bewegung. Vor kurzem hatte die neuseeländische Popsängerin Lorde auf Druck pro-palästinensischer Aktivisten ein im Sommer geplantes Konzert in Tel Aviv abgesagt.

"Untergraben Legitimität Israels"

Das Ministerium für innere Sicherheit erklärte, bei den 20 Gruppen handle es sich um die "wichtigsten Boykottorganisationen, die kontinuierlich gegen den Staat Israel vorgehen und Druck auf Organisationen, Institutionen und Länder ausüben, um Israel zu boykottieren". Die Organisationen würden eine "falsche Propagandakampagne" führen, um die "Legitimität von Israel in der Welt zu untergraben".

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