Männer tragen einen Mann auf einer Bahre | Bildquelle: AFP

US-Botschaft in Jerusalem Mehr als 50 Tote am Eröffnungstag

Stand: 15.05.2018 03:01 Uhr

Für Trump ist es "ein großer Tag für Israel", doch es ist der tödlichste Tag im Konflikt zwischen Hamas und Israel seit dem Gazakrieg. Bei den Protesten gegen die US-Botschaftseröffnung starben Dutzende Palästinenser.

Die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem ist von den bislang blutigsten Zusammenstößen zwischen israelischen Grenzschützern und Palästinensern im Gazastreifen seit 2007 überschattet worden. Mindestens 58 Palästinenser wurden nach palästinensischen Angaben bei Massenprotesten erschossen, zu denen die im Gazastreifen regierende radikalislamische Hamas aufgerufen hatte. Etwa 2800 Menschen seien verletzt worden.

Die israelische Luftwaffe flog nach eigenen Angaben am Nachmittag einen Angriff auf die Hamas. Der Angriff habe sich gegen "fünf terroristische Ziele" in einem militärischen Ausbildungslager der Hamas im Norden des Gazastreifens gerichtet, erklärte die Armee. Es handele sich um eine Reaktion "auf die gewaltsamen Aktionen der Hamas in den vergangenen Stunden".

Schwere Ausschreitungen in Gaza
morgenmagazin 05:30 Uhr, 15.05.2018, Mike Lingenfelser, ARD Tel-Aviv

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"Großartiger Tag für Israel"

Während es zu den blutigen Protesten im Gazastreifen kam, wurde in Jerusalem feierlich die US-Botschaft eröffnet. US-Präsident Donald Trump bezeichnete per Twitter die mit der Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt verbundene Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem als "großartigen Tag für Israel".

In einer Videobotschaft zur Eröffnung sagte er, die USA sähen sich weiterhin dem Ziel verpflichtet, eine Friedenslösung im Nahost-Konflikt zu vermitteln. Trump nahm an der feierlichen Eröffnung nicht selbst teil. Zur US-Delegation gehörten Trumps Tochter Ivanka und deren Mann Jared Kushner sowie Finanzminister Steve Mnuchin.

Ivanka Trump vor dem Eingangsschild der US-Botschaft in Jerusalem | Bildquelle: REUTERS
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Stolz deutet Ivanka Trump auf das Eingangsschild der US-Botschaft in Jerusalem.

Gespenstische Szenen an der Grenze

Schon Stunden vor der Zeremonie spielten sich 70 Kilometer entfernt an der israelischen Westgrenze gespenstische Szenen ab: Palästinenser, von der Hamas-Führung zum Durchbrechen der israelischen Blockade aufgefordert, zündeten Autoreifen an und rannten teilweise Steine werfend auf die israelischen Grenzanlagen zu.

Israelische Soldaten schossen mit scharfer Munition. Auf Fotos von anderen Grenzorten war zu sehen, dass etliche Palästinenser mit Steinschleudern durch Rauchschwaden offenbar in Richtung Grenze liefen.

Demonstrationen Palästinenser | Bildquelle: MOHAMMED SABER/EPA-EFE/REX/Shutt
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Zusammenstöße zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischer Armee an der Grenze zum Gazastreifen.

Etwa 40.000 Palästinenser beteiligten sich nach Schätzung des Militärs an den Protesten im Gazastreifen. Israel beschuldigte die Hamas, Menschen für ihre Teilnahme an den Protesten zu bezahlen.

Der Umzug der US-Botschaft fällt zeitlich mit den israelischen Feiern des 70. Jahrestags der Staatsgründung zusammen. Für die Palästinenser ist dagegen der 15. Mai der Tag der großen Katastrophe - der "Nakba" - wegen der Vertreibung vieler palästinensischer Familien aus dem heutigen Israel. Viele Nachkommen leben bis heute in Flüchtlingslagern in den palästinensischen Autonomiegebieten und arabischen Nachbarstaaten.

Viel Kritik am Umzug der US-Botschaft

Der Umzug der US-Botschaft wird nicht nur von den Palästinensern kritisiert, die den arabischen Ostteil zur Hauptstadt ihres künftigen Staates Palästina machen wollen. Internationaler Konsens war bis zu Trumps im Dezember vollzogenem Schritt, eine Zwei-Staaten-Lösung zur Beilegung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern anzustreben und den Status von Jerusalem bis dahin offen zu lassen. Deswegen befanden sich bislang fast alle ausländischen Botschaften in Israel in Tel Aviv.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Mai 2018 um 17:00 Uhr.

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