Sicherheitskräfte bei der israelischen Botschaft in Amman | Bildquelle: AFP

Israelische Botschaft in Jordanien Tote nach Attacke auf Wachmann

Stand: 24.07.2017 08:30 Uhr

Erstmals hat sich das israelische Außenministerium zum tödlichen Vorfall in der israelischen Botschaft in Amman geäußert: Nach einer Schraubenzieherattacke wurde ein Jordanier von einem israelischen Wachmann getötet. Ein zweiter Jordanier wurde versehentliches Opfer.

Bei einem Angriff auf dem Gelände der Botschaft Israels in Amman ist ein israelischer Wachmann verletzt worden. Der Wachmann erschoss anschließend den jordanischen Angreifer und versehentlich einen unbeteiligten Jordanier. Nach Aufhebung einer Nachrichtensperre teilte das Außenministerium in Jerusalem erstmals Einzelheiten zu dem Vorfall vom Sonntag mit.

In einer Wohnanlage für Diplomaten neben der Botschaft in Amman seien Möbel ausgewechselt worden, hieß es. Vor Ort seien der Wachmann, der Vermieter und zwei Arbeiter gewesen. Einer der Arbeiter habe sich hinter den Israeli geschlichen und mit einem Schraubenzieher auf ihn eingestochen. Der Wachmann habe daraufhin seine Waffe gezogen und den Jordanier erschossen. Zudem sei versehentlich der jordanische Besitzer der Wohnung getroffen worden, der sich ebenfalls dort aufhielt. Dieser sei später seinen Verletzungen erlegen. Der Wachmann erlitt demnach leichte Verletzungen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe mit Einat Schlein, der israelischen Botschafterin in Amman, telefoniert, sowie mit dem Wachmann, hieß es in der Mitteilung des Außenministeriums.

Zusammenhang mit Tempelberg-Krise?

Es ist weiter unklar, ob der Zwischenfall in Zusammenhang mit dem Streit um den Zugang zum Tempelberg in Jerusalem steht.

Die Tempelberg-Krise in Jerusalem hatte in den vergangenen Tagen die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern eskalieren lassen. Bei blutigen Unruhen am Freitag waren vier Palästinenser getötet und rund 400 verletzt worden, bei einem Anschlag in einer israelischen Siedlung im Westjordanland wurden später drei Mitglieder einer Familie erstochen. Als Auslöser der Unruhen galt die Installation von Metalldetektoren am Tempelberg, der Muslime und Juden heilig ist. Israel hatte sie nach dem Anschlag dreier Muslime aufgestellt, bei dem am 14. Juli zwei israelische Polizisten getötet worden waren.

Jordanien fungiert als "Wächter" der muslimischen Heiligtümer in Jerusalem. Israel und Jordanien hatten 1994 einen Friedensvertrag unterzeichnet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Juli 2017 um 08:30 Uhr.

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