Polizisten gehen an einer neuen Mauer in Jerusalem vorbei | Bildquelle: AP

Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern Polizei errichtet Mauer in Ost-Jerusalem

Stand: 19.10.2015 01:52 Uhr

Als Reaktion auf die Gewalt der vergangenen Tage hat die Polizei in Ost-Jerusalem eine neue Mauer zwischen einem palästinensischen und einem jüdischen Viertel errichtet. In der südisraelischen Stadt Berscheba wurden bei einem Feuergefecht zwei Menschen getötet.

Angesichts der jüngsten Gewalteskalation hat die israelische Polizei in Ost-Jerusalem mit dem Bau einer weiteren Mauer begonnen. Die neue Sperranlage zwischen dem palästinensischen Viertel Dschabal Mukaber und dem jüdischen Viertel Armon Hanaziv könnte nach Angaben der Kommunalverwaltung bis zu 300 Meter lang werden.

"Vorübergehende mobile Polizeiabsperrung"

Zunächst wurden sechs Mauerteile von je 2,50 Metern Höhe und zwei Metern Breite aufgestellt. Eine Aufschrift am Sockel der Mauerteilen lautete "vorübergehende mobile Polizeiabsperrung". Aus dem palästinensischen Viertel heraus waren zuletzt mehrfach Brandsätze und Steine auf das jüdische Nachbarviertel geworfen worden.

Drei Bewohner von Dschabal Mukaber hatten bei zwei verschiedenen Attacken in Jerusalem am Dienstag drei Israelis getötet, bevor sie von israelischen Sicherheitskräften erschossen wurden. Am Samstag wurde eine 16-jähriger Palästinenser an einem Kontrollposten bei Dschabal Mukaber nach einer Messerattacke auf israelische Grenzschützer erschossen.

Die Spannungen zwischen Palästinensern und Israelis hatten zuletzt wieder deutlich zugenommen, insbesondere im von Israel besetzten Westjordanland und im annektierten Ost-Jerusalem. Bei rund dreißig Anschlägen von Palästinensern mit Messern oder Schusswaffen starben seit Monatsbeginn sieben Israelis. Auf palästinensischer Seite gab es mehr als 40 Tote, fast die Hälfte waren erwiesene oder mutmaßliche Angreifer.

Gewalt auch in Berscheba

Unterdessen hat ein mutmaßlicher Palästinenser in der südisraelischen Stadt Berscheba einen Soldaten getötet und zehn weitere Menschen verletzt. Der mit einer Pistole und einem Messer bewaffnete Attentäter feuerte im Busbahnhof der Stadt auf die Opfer, wie die Polizei mitteilte. Unter den Verletzten seien vier weitere Soldaten. Der Angreifer wurde von der Polizei erschossen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Oktober 2015 um 14:00 Uhr.

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