Ein zerstörtes Auto nach der Detonation einer Bombe in Bagdad | Bildquelle: dpa

Anschläge im Irak Viele Tote durch Angriffe mit Autobomben

Stand: 20.05.2017 14:25 Uhr

Im Irak haben Extremisten mehrere Bombenanschläge verübt. Es gab viele Tote. Die Attentäter griffen Kontrollpunkte der Sicherheitskräfte an. Der IS reklamierte die Taten für sich.

Bei mehreren Selbstmordanschlägen in Bagdad und im Süden des Irak sind fast 40 Menschen getötet worden. Wie Behördenvertreter erklärten, bekannte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu den Attacken auf Kontrollpunkte der Sicherheitskräfte. Mehr als 50 Menschen wurden dabei verletzt.

Die Anschläge wurden den Angaben zufolge in der Nacht verübt. In der Hauptstadt Bagdad töteten die Angreifer in der südlichen Gegend Abu Dscheer mit einer Autobombe mindestens 24 Menschen und verletzten 20 weitere, wie ein Armeevertreter sagte. Sicherheitskräfte töteten einen der Attentäter, der zweite sprengte sich in die Luft.

Im Süden des Landes wurden durch eine Autobombe am Stadtrand von Basra 13 Menschen getötet und 30 weitere verletzt, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten. Ein weiterer Selbstmordattentäter wurde nach Armeeangaben von Sicherheitskräften getötet, bevor er sich in einem mit Sprengstoff präparierten Auto in die Luft sprengen konnte.

Sunnitischer Terror gegen die Schiiten im Irak

Die sunnitischen Extremisten des IS verübt im Irak immer wieder Anschläge, die sich vor allem gegen Schiiten richten. Damit wollen die Extremisten die Spannungen zwischen den beiden großen islamischen Konfessionen im Irak verschärfen. Die vor allem von Schiiten bewohnte Stadt Basra war in der Vergangenheit selten Ziel von IS-Anschlägen.

Der IS hatte weite Landstriche in Syrien und im Irak im Sommer 2014 erobert. Irakische Sicherheitskräfte haben jedoch mit Unterstützung von US-Luftangriffen seitdem große Gebiete zurückerobert, darunter die Städte Tikrit, Ramadi und Falludscha.

Im Oktober starteten die irakischen Streitkräfte und die US-geführte Militärkoalition zudem eine Großoffensive auf Mossul. Mittlerweile sind nach irakischen Angaben fast 90 Prozent der Stadt zurückerobert. Mossul wird vom Fluss Tigris geteilt. Der Westteil der zweitgrößten irakischen Stadt ist die letzte Hochburg der Terrormiliz im Irak. Die Extremisten des IS hatten Mossul im Sommer 2014 unter ihre Kontrolle gebracht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Mai 2017 um 15:00 Uhr

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