Kurdische YPG-Kämpfer fahren durch Tel Hamis. | Bildquelle: AFP

US-Unterstützung in Syrien Militärallianz wirft Munition für Rebellen ab

Stand: 12.10.2015 21:41 Uhr

Die von den USA geführte Militärallianz hat über Nordsyrien Munition für die Rebellen abgeworfen. Allerdings erhebt Amnesty gegen die verbündeten kurdischen Kämpfer schwere Vorwürfe. Die von Russland unterstützte Armee ist offenbar auf der Vormarsch.

Im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) verstärken die USA ihre Militärhilfe für die Aufständischen. Die von der USA angeführte Militärallianz, die gemäßigte Rebellen unterstützt, warf im Norden Syriens bereits am Sonntag per Fallschirm Munition ab, wie das zentrale US-Militärkommando (Centcom) mitteilte. Demnach handelte es sich um "Munition für kleine Waffen" für gegen den IS kämpfende Rebellen.

Die USA dementierten allerdings kurdische Berichte über eine zusätzliche Waffenlieferung an die nordsyrischen Kurden-Kämpfer. Die Volksschutzeinheiten (YPG) sind die stärkste Kraft im Norden Syriens und wichtigster Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Die YPG schloss zuletzt ein Bündnis mit verschiedenen arabischen Oppositionsgruppen unter dem Namen "Demokratische Syrische Streitmacht".

Der NATO-Partner Türkei sieht die Allianz der USA mit den YPG kritisch, weil sie die Bildung eines Kurdenstaates an ihrer Südgrenze befürchtet. Sie betrachtet die Volksschutzeinheiten zudem als syrischen Ableger der verbotenen Arbeiterpartei PKK. Die Kurden kontrollieren mittlerweile einen Großteil der Grenze zur Türkei. Dort haben sie eine selbstverwaltete Zone errichtet.

Amnesty International wirft Kurden schwere Verbrechen vor
tagesschau 12:00 Uhr, 13.10.2015, Volker Schwenck, ARD Kairo

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Amnesty: Kurden-Kämpfer vertrieben Tausende Zivilisten

Amnesty International warf den YPG unterdessen vor, Tausende vor allem nicht-kurdische Zivilisten nach Einnahme deren Dörfer vertrieben und ihre Häuser zerstört zu haben. Hintergrund seien vermeintliche IS-Sympathien. Die Milizionäre drohten demnach damit, Luftangriffe der Allianz anzufordern, sollten die Häuser nicht aufgegeben werden. Die Taten verstießen gegen das humanitäre Völkerrecht und liefen auf Kriegsverbrechen hinaus, erklärte die Menschenrechtsorganisation.

Ein YPG-Sprecher wies die Anschuldigungen zurück.

Regierungstruppen rücken weiter vor

Syrische Regierungstruppen rückten unterdessen mit Unterstützung der russischen Luftwaffe an mehreren Fronten gegen Rebellen im Land vor. In der zentralen Provinz Hama eroberte die Armee nach eigenen Angaben die strategisch wichtige Ortschaft Kafr Nabuda. Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die den Rebellen nahesteht, relativierte diese Darstellung jedoch: Um die Ortschaft gebe es weiter heftige Gefechte, und es habe bereits "Dutzende Tote" gegeben.

In Syrien tobt ein blutiger Bürgerkrieg zwischen dem Assad-Regime, mehreren Rebellengruppen und den IS-Milizen.

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