Zivilisten fliehen aus Ramadi | Bildquelle: AP

Vormarsch des IS 25.000 Menschen aus Ramadi geflohen

Stand: 19.05.2015 03:41 Uhr

Nach der Eroberung der irakischen Stadt Ramadi durch den IS sind nach UN-Angaben rund 25.000 Menschen aus der Stadt geflohen. Tausende von ihnen müssten derzeit im Freien übernachten. Schiitische Milizen mobilisierten ihre Kämpfer, um Ramadi zurückzuerobern.

Aus der von der Terrormiliz "Islamischer Staat" eroberten irakischen Stadt Ramadi sind nach UN-Angaben fast 25.000 Menschen geflohen. Die meisten von ihnen seien auf dem Weg in die Hauptstadt Bagdad, teilten die Vereinten Nationen mit. Die UN und weitere Hilfsorganisationen hätten damit begonnen, Lebensmittel, Wasser und Medikamente an die Flüchtlinge zu verteilen. Auch Lager würden errichtet. Tausende Menschen müssten aber derzeit im Freien übernachten, weil sie kein Obdach gefunden hätten, erklärte die Koordinatorin der UN-Hilfe im Irak, Lise Grande. "Wir könnten mehr für sie tun, wenn wir mehr finanzielle Mittel dafür hätten."

Die UN und andere Hilfsorganisationen unterstützen mehr als 2,5 Millionen Menschen im Irak, die vor der Gewalt auf der Flucht sind. Die Mittel dafür seien aber nahezu erschöpft, heißt es in der UN-Erklärung. Im Juni müssten voraussichtlich 56 Gesundheitsprogramme beendet werden, und im Juli breche wohl die Lebensmittelversorgung zusammen.

Ein brennendes Auto in Ramadi | Bildquelle: REUTERS
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Brennende Autos in der irakischen Stadt Ramadi

Milizen sollen bei Rückeroberung helfen

Derweil mobilisierten schiitische Milizen ihre Kämpfer, um Ramadi zurückzuerobern. Die Kämpfer der Gruppe "Haschid Schaabi" wollen die irakischen Truppen unterstützen. Das bestätigte ein Sprecher der paramilitärischen Vereinigung. Rund 3000 Kämpfer der Milizen seien auf einem Militärstützpunkt östlich von Ramadi eingetroffen, erklärte der Rat der Provinz Al-Anbar.

Der Einsatz der schiitischen Kämpfer ist jedoch höchst umstritten, da in der Provinz Sunniten leben. Schiiten-Milizen hatten im März auch die Befreiung der ebenfalls vor allem von Sunniten bewohnten Stadt Tikrit aus den Händen des IS angeführt. Anschließend gab es Berichte über Plünderungen und Übergriffe von Schiiten auf Sunniten.

Tausende Iraker flüchten vor IS-Terrormiliz
tagesschau 20:00 Uhr, 19.05.2015, Volker Schwenck, ARD Kairo

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Der IS hatte das nur 100 Kilometer von der Hauptstadt Bagdad entfernte Ramadi am Sonntag überrannt und damit seinen größten militärischen Erfolg seit dem vergangenen Sommer erzielt. Bei den Kämpfen um die 250.000-Einwohner-Stadt wurden nach irakischen Regierungsangaben mindestens 500 irakische Soldaten und Zivilisten getötet.

IS erobert Panzer und Waffen

Nach der Eroberung von Ramadi hatten IS-Kämpfer Dutzende ihrer Anhänger aus einem Militärgefängnis freigelassen. Außerdem konnten die Extremisten offenbar eine große Zahl an Waffen, Panzern und anderen Fahrzeugen erobern, wie aus Kreisen des irakischen Militärs verlautete. Mit dem Vormarsch beherrscht der IS nun fast die gesamte Provinz Al-Anbar. Die irakische Armee hatte im vergangenen Monat eine Offensive gestartet, mit der sie die Region befreien wollte. Trotz Unterstützung der internationalen Koalition aus der Luft konnte sie jedoch keinen entscheidenden Erfolg erzielen.

USA: Nur Propaganda-Erfolg

US-Außenminister John Kerry zeigte sich überzeugt, dass es den Islamisten nicht gelingen werde, die Stadt zu halten. Die Truppen am Boden würden den IS binnen der kommenden Wochen wie aus anderen Orten zuvor auch aus Ramadi wieder vertreiben, sagte er.

Zuvor hatte das US-Außenministerium bereits erklärt, das von den USA angeführte Bündnis gegen den IS werde die irakischen Soldaten bei der Rückeroberung der Stadt unterstützen. Der Fall Ramadis bedeute keine Trendwende zugunsten des IS, sondern lediglich einen Propaganda-Erfolg, sagte eine Sprecherin des Ministeriums in Washington.

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