Die zerstörte Nuri-Moschee in Mossul | Bildquelle: REUTERS

Schlacht um Mossul Irak erklärt IS-Kalifat für beendet

Stand: 29.06.2017 17:58 Uhr

Nach der Eroberung der zerstörten Großen Moschee von Al-Nuri in Mossul hat der irakische Regierungschef Al-Abadi das vom IS ausgerufene Kalifat für beendet erklärt. Seit drei Jahren galt das Gebäude als Symbol für die Macht des IS.

Drei Jahre nach Ausrufung des IS-Kalifats hat Iraks Armee mit der Großen Moschee von Mossul das bisherige Symbol für die Macht der Terrormiliz eingenommen. Anti-Terroreinheiten brachten das weitgehend zerstörte Gebäude in Mossuls Altstadt unter Kontrolle, sagte ein Armeesprecher: "Ihr erfundener Staat ist zusammengebrochen!"

Haider Al-Abadi @HaiderAlAbadi
We are seeing the end of the fake Daesh state, the liberation of Mosul proves that. We will not relent, our brave forces will bring victory

Auch Iraks Regierungschef Haidar al-Abadi hält den Untergang des Kalifats für besiegelt. "Wir sehen das Ende des fingierten Daesch-Staates, die Befreiung von Mossul beweist das", twitterte der irakische Ministerpräsident. Daesch ist die arabische Abkürzung für die Terrormiliz "Islamischer Staat".

Der IS hatte vor genau drei Jahren in einer Audiobotschaft die Errichtung eines "Islamischen Kalifats" in Syrien und im Irak verkündet. Einige Tage später zeigte sich IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi bei einer Freitagspredigt in der Großen Moschee erstmals öffentlich.

Al Bagdadi bei seiner Predigt in Mossul (Ausschnitt aus einem im Internet veröffentlichten Video)
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Al Bagdadi bei seiner Predigt in Mossul (Ausschnitt aus einem im Internet veröffentlichten Video)

"Die Gekrümmte"

In der vergangenen Woche sprengten IS-Anhänger das Gebäude, das auf das 12. Jahrhundert zurückgeht und auch als Al-Nuri-Moschee bekannt ist. Berühmt war die Moschee auch wegen ihres - nun ebenfalls größtenteils zerstörten - schiefen Minaretts, das "Die Gekrümmte" genannt wurde.

Die Dschihadisten hatten Mossul im Juni 2014 überrannt. Iraks Sicherheitskräfte begannen im vergangenen Oktober eine Offensive auf die frühere Millionenstadt. Mittlerweile beherrschen die Iraker mehr als 90 Prozent Mossuls.

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Die Nuri-Moschee vor und nach der Zerstörung

Stadtbild ohne die vom IS zerstörte Al-Nuri-Moschee in Mossul
Al-Nuri-Moschee in Mossul

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150.000 Menschen sind eingeschlossen

Der IS hat jedoch noch einige Viertel in Mossuls Altstadt unter Kontrolle. Dort kommt die irakische Armee in den dicht bewohnten Gassen nur langsam voran. Nach UN-Angaben sind bis zu 150.000 Zivilisten eingeschlossen. Viele werden demnach vom IS als menschliche Schutzschilde missbraucht.

Auch im Umland Mossuls und in anderen Regionen des Iraks hält der IS noch einige Gebiete. Zudem griff die Miliz zuletzt in bereits befreiten Gebieten mehrfach in der Manier von Guerillakämpfern an.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Juni 2017 um 15:00 Uhr.

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