Fahne der Terrormiliz Islamischer Staat | Bildquelle: REUTERS

Folgen eines Angriffs im November USA melden Tod des IS-Finanzchefs

Stand: 10.12.2015 21:24 Uhr

Nach Einschätzung der USA war er der "Finanzminister" der Terrormiliz IS: Abu Saleh. Gemeinsam mit zwei Begleitern sei er im November bei Angriffen der internationalen Koalition getötet worden, erklärte nun ein US-Militärsprecher. Doch die Finanzquellen des IS sprudeln weiter.

Der mutmaßliche Finanzchef der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) ist nach US-Angaben im November getötet worden. Abu Saleh sei bei Angriffen der internationalen Militärkoalition ums Leben gekommen, sagte US-Militärsprecher Steve Warren in Bagdad. Details nannte er nicht. Warren erklärte aber: Saleh sei "eines der ranghöchsten und erfahrensten Mitglieder" des IS-Finanzsystems gewesen. Die Tötung von Saleh und seinen Vorgängern sei entscheidend, um das "nötige Wissen" zur Koordinierung der Finanzen im IS auszulöschen, sagte Warren.

Der US-Sondergesandte für den Kampf gegen den IS, Brett McGurk, bezeichnete Saleh als "Finanzminister des IS". Er sei gemeinsam mit zwei weiteren Vertrauten im Rahmen des Vorgehens gegen die IS-Finanzstruktur getötet worden.

Brett McGurk @brett_mcgurk
Confirmed: Death of #ISIL finance minister Abu Saleh & 2 associates as part of coalition campaign to destroy ISIL's financial infrastructure

Abu Saleh wurde auf der Terrorliste des US-Außenministeriums als Muwaffak Mustafa Mohammed al-Karmusch geführt, dabei handelte es sich um einen 42-jährigen Iraker. Die beiden weiteren getöteten Finanzexperten der Dschihadisten wurden als Abu Mariam, ein ranghoher Vertreter des IS-Erpressungsapparats, sowie Abu Wakman al-Tunis identifiziert, der für den IS den Schmuggel von Menschen und Waffen organisiert haben soll. Bei Abu Mariam soll es sich den USA zufolge um einen 32-jährigen Tunesier handeln.

USA: IS erbeutete bei Banken eine Milliarde Dollar

Der IS finanziert seinen Kampf aus zahlreichen Quellen. Dazu zählen unter anderem die Einnahmen aus Lösegeldern für entführte Geiseln und der Verkauf von geraubten Kunstschätzen. Nach Einschätzung der US-Regierung erbeutete der IS bis zu eine Milliarde Dollar von Banken im Irak und in Syrien. Die Terrormiliz habe die Tresore von Geldhäusern in ihrem Einflussgebiet geplündert, sagte der für den Kampf gegen Terrorfinanzierung zuständige Staatssekretär im US-Finanzministerium, Adam Szubin. Die Beute aus diesen Diebstählen belaufe sich auf 500 Millionen bis zu einer Milliarde Dollar.

Der Schwarzmarkt-Verkauf von Öl brachte dem IS noch einmal mehr als 500 Millionen Dollar ein, sagte Szubin. Der Rohstoff werde in großer Menge an die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad verkauft. Ein Teil gelange auch über die Grenze in die Türkei. Der Ölhandel des IS habe ein Volumen von bis zu 40 Millionen Dollar monatlich.

Die USA stehen an der Spitze einer internationalen Militärkoalition, die Luftangriffe auf Ziele des IS in Syrien und im Irak fliegt. Zur Unterstützung der Verbündeten im Kampf gegen den IS in Syrien entsandte die Bundeswehr bereits die ersten Flugzeuge auf einen NATO-Stützpunkte in der Türkei.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. Dezember 2015 um 09:00 Uhr.

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