Fahne der Terrormiliz Islamischer Staat

Islamistische Anschläge Was steckt hinter IS-Bekenntnissen?

Stand: 19.08.2017 22:36 Uhr

Bei vielen Terroranschlägen beansprucht der "Islamische Staat" die Tat für sich. Häufig geschieht dies über die Plattform Amak. Doch wie glaubwürdig sind diese Bekenntnisse? Und welche Rolle spielt das IS-Sprachrohr Amak?

Ob Berlin, Barcelona oder Brüssel - häufig übernehmen die Extremisten des "Islamischen Staates" nach Anschlägen schnell die Verantwortung für die Tat. Ob sie allerdings in einem direkten Zusammenhang mit den Taten stehen, ist unklar. Vielmehr liegt der Verdacht nahe, dass die Täter möglicherweise von radikal-islamischer Propaganda angestachelt wurden, aber keinen direkten Kontakt zum IS hatten.

Dabei nutzt der IS vor allem den Internetdienst Telegram, um solche Erklärungen zu streuen. Verbreitet werden die Stellungnahmen dort in geschlossenen Gruppen, denen Nutzer nur mit einem Einladungslink beitreten können. IS-Anhänger betreiben dabei immer mehrere Gruppen parallel, falls ein Verbreitungskanal gesperrt wird.

Zwei Sorten von Bekenntnis

Dabei gibt es zwei Arten von Bekenntnissen: Einige stammen von dem IS-Sprachrohr Amak, das sich als Nachrichtenagentur bezeichnet. Es beruft sich meistens auf nicht näher genannte Sicherheitskreise, so etwa beim ersten Bekenntnis zum Anschlag in Barcelona oder beim Angriff in der russischen Stadt Surgut. Bei letzterem Täter handelt es sich um einen 1994 geborenen Mann aus der Gegend - ob er wirklich Islamist war, ist also fraglich.

Aber auch der IS selbst gibt Stellungnahmen ab. Diese Erklärungen des IS sind immer gespickt mit religiösen Floskeln und meistens detaillierter als die kurzen Erklärungen von Amak. Grundsätzlich sind die Stellungnahmen mit einer gewissen Unsicherheit behaftet, weil sich nicht endgültig klären lässt, ob sie tatsächlich vom IS stammen. Täterwissen enthalten die Erklärungen meistens nicht. Allerdings spricht vieles für den IS als Absender, wenn sie über die üblichen Kanäle verbreitet werden und auch in Form und Sprache den bekannten Kriterien entsprechen.

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