Menschen räumen in Havanna Trümmer beiseite. | Bildquelle: dpa

Kuba nach dem Hurrikan Aufräumen im sturmerprobten Sozialismus

Stand: 12.09.2017 12:09 Uhr

Bei dem Hurrikan "Irma" starben zehn Menschen auf Kuba. Große Teile des Landes wurden verwüstet, auch weil viele Gebäude baufällig sind. Doch der Zivilschutz auf der sozialistischen Karibikinsel funktioniert gut.

Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko

Teile der Altstadt Havannas, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, stehen unter Wasser.  Das Zentrum und die Uferstraße Malecon sind überspült. Keiner der Einwohner kann sich erinnern, so etwas je erlebt zu haben. Auch nicht Luidmila Alamo vom Zivilschutz. "Das Schlimmste sind die Überschwemmungen, die das Meer verursacht hat", sagt sie. "Seit 60 Jahren kam es an diesen Stellen nicht zu Überflutungen. Die Stadtteile Playa und Miramar stehen unter Wasser, und weiter unten an der Küste ist das Meer etwa 500 Meter weit in die Stadt eingedrungen."

Menschen waten in Havanna über eine überflutete Straße. | Bildquelle: dpa
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Nur schwimmend und watend konnten die Bewohner Havannas ihre Stadt durchqueren

Die materiellen Schäden sind in einem Land wie Kuba eine Katastrophe. Niemand ist versichert, Baumaterial ist Mangelware und der kommunistische Staat hat kaum Geld. Seit Jahrzehnten ist die Bausubstanz marode. Schon bei Sonnenschein fallen Gebäude in sich zusammen. Als Irmas Stürme und Regenfälle in Havanna begannen, stürzten Balkone herunter. Mehrere Menschen wurden von herunterfallendem Beton erschlagen.

Aufräumarbeiten nach Hurrikan "Irma"
12.09.2017, tagesschau 12:00 Uhr

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Tote Flamingos hängen in den Bäumen

Informationen über das Ausmaß der Zerstörungen im Land verbreiten sich nur langsam, weil die Stromversorgung auf etwa 80 Prozent der Karibikinsel unterbrochen ist und die wenigsten Kubaner Internetzugang haben. Außerdem ist der ohnehin knappe Transport eingeschränkt, denn viele Straßen sind kaputt.

Die Brücken zu einigen vorgelagerten Inseln, die ausländische Karibik-Touristen gern besuchen, sind unterbrochen. Der internationale Flughafen dort, Jardines del Rey, ist zerstört. Auch die Flughäfen Cayo Coco und Cayo Romano, die Hurrikan "Irma" am Wochenende mit Stärke fünf traf, sind verwüstet. Tote Flamingos hängen in den wenigen stehen gebliebenen Bäumen am Meer. Noch bevor die touristische Hauptsaison beginnt, solle alles wieder hergestellt sein, schreibt Staatschef Raúl Castro in einem Brief an das leidgeprüfte Volk und lässt ihn im Staatsfernsehen verlesen:

"Es waren schwierige Tage für uns. Was wir mit Mühe errichtet haben, wurde von einem Hurrikan weggefegt. Aber der Geist unseres Volkes ist widerstandsfähig, siegreich und ersteht durch jedes Ungemach neu auf. Wieder haben sich die Solidarität zwischen den Nachbarn und die Disziplin gegenüber den Anweisungen der Zivilverteidigung bewährt. Viel Arbeit liegt vor uns. Wir werden Stärke und unverbrüchliches Vertrauen in unsere Revolution beweisen. Mit Organisation und Disziplin werden wir voranschreiten wie bei anderen Ereignissen dieser Art."

Ein Mann spielt in Havanna Gitarre, während der Strom ausgefallen ist. | Bildquelle: dpa
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Während des Stromausfalls machen einige Bewohner Havannas Musik

Kuba in fast jeder Hurrikan-Saison getroffen

Etwa drei Tage lang wurde die Nordküste der größten Antilleninsel von "Irma" heimgesucht. Zwei Millionen Menschen hatten ihre Häuser verlassen und sichere Unterkünfte aufgesucht, Tausende Touristen wurden von den Stränden weggebracht. Der Zivilschutz funktioniert gut in dem Inselstaat: Den Anweisungen der Behörden widersetzt sich kaum jemand. Deshalb kommen bei Hurrikans selten Menschen ums Leben. 

Doch Kuba wird in fast jeder Hurrikan-Saison getroffen. Im vergangenen Jahr verwüstete "Matthew" den Osten der Insel. Aber dieses Mal ist das Ausmaß katastrophal: Große Teile der Landwirtschaft und der Infrastruktur sind zerstört und der Tourismus als wichtigste Einnahmequelle schwer in Mitleidenschaft gezogen. All das geschieht in Zeiten, in denen Kubas Planwirtschaft kaum noch Unterstützung vom Verbündeten Venezuela erhält, weil der selbst in der Krise steckt. Auch Brasilien fällt seit seinem Regierungswechsel als Geldgeber für den kubanischen kommunistischen Staat aus. Der ruft - wie so oft in der Vergangenheit - sein Volk zu noch größeren Anstrengungen auf.

Hurrikan "Irma" - Tote und Verwüstung in Kuba
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko-Stadt
12.09.2017 14:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. September 2017 um 07:26 Uhr. Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. September 2017 um 20:00 Uhr.

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