Eine Frau in den durch Hurrikan Irma verwüsteten Trailern | Bildquelle: AP

Hurrikan "Irma" auf Florida Keys "Jedes Haus getroffen"

Stand: 13.09.2017 13:06 Uhr

Hurrikan "Irma" hat die Inselkette Florida Keys besonders hart getroffen. 90 Prozent der Häuser sind laut US-Katastrophenschutzbehörde zerstört oder schwer beschädigt. Das belegen auch Drohnenaufnahmen. Insgesamt starben in der Karibik und in den USA mindestens 60 Menschen.

Kein Strom, kein Wasser und nahezu jedes Haus zerstört: Hurrikan "Irma" hat die Inselkette Florida Keys schwer verwüstet. 90 Prozent der Häuser auf den Keys seien zerstört oder schwer beschädigt, sagte der Chef der US-Katastrophenschutzbehörde, Brock Long. "Im Prinzip wurde jedes Haus auf den Keys getroffen." Wegen unterbrochener Telefonverbindungen und anderer Schäden gebe es beim vollen Ausmaß der Zerstörung aber noch ein großes Fragezeichen.

Noch immer sind weite Teile der Inselkette für den Verkehr gesperrt. In den meisten Gebieten der Keys gebe es weder Strom noch Wasser, teilten die Behörden des Bezirks Monroe mit. Auch die meisten Tankstellen seien weiter geschlossen.

Der Wirbelsturm war am Sonntag als Hurrikan der zweitstärksten Kategorie 4 und mit Windgeschwindigkeiten von rund 210 Stundenkilometern auf die Keys getroffen. Die meisten Bewohner und Touristen hatten die beliebten Urlauberinseln zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen.

Drohnenaufnahmen zeigen das Ausmaß der Zerstörung:

„Irma“ hinterlässt Trümmer auf den Florida Keys
13.09.2017

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Mindestens 19 Tote

Am Dienstag waren noch rund 9,5 Millionen Menschen in Florida ohne Strom. In etwa 1,7 Millionen Häusern und Geschäften sei die Elektrizität nach Angaben des Betreibers wieder hergestellt worden. Die meisten Flughäfen nahmen am Dienstag wieder ihren Betrieb auf - allerdings noch eingeschränkt. Hunderte Flüge waren verspätet oder wurden gestrichen. Die Fluggesellschaft American Airlines hatte nach eigenen Angaben während der Tage, an welchen "Irma" in Florida wütete, mehr als 5000 Flüge ausfallen lassen müssen. Wegen des Rückreiseverkehrs in die Städte Floridas bildeten sich auf den Straßen lange Staus.

Nach Behördenangaben starben im gesamten Bundesstaat Florida mindestens 19 Menschen durch "Irma". In dem Ort Hollywood zwischen Miami und Fort Lauderdale starben sechs Bewohner eines Pflegeheims infolge der von "Irma" verursachten Schäden. Medienberichten zufolge führte ein Stromausfall zu einem Defekt an der Klimaanlage - die Menschen seien daraufhin an einer Gasvergiftung gestorben.

Insgesamt kamen durch den Wirbelsturm in der Karibik und den USA mindestens 60 Menschen ums Leben.

US-Präsident Donald Trump wird Florida am Donnerstag besuchen. In welche Städte und Regionen er reisen wird, ist noch nicht bekannt.

Besuche aus Übersee

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und der niederländische König Willem-Alexander besuchten von "Irma" betroffene Überseegebiete ihrer Länder. Macron wies bei einem Besuch auf der französischen Karibikinsel Guadeloupe Vorwürfe zurück, seine Regierung habe zu spät auf die Gefahr durch "Irma" reagiert. Die Regierung habe Maßnahmen ergriffen, "sobald die Information vorlag", sagte er. Später reiste der französische Präsident zur Insel Saint-Martin weiter.

Aufräumarbeiten nach Wirbelsturm Irma beginnen in Florida
tagesschau 20:00 Uhr, 13.09.2017, Stefan Niemann, ARD Washington

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König Willem-Alexander sagte bei einem Besuch auf Sint Maarten, die Verwüstung übersteige alle Vorstellungskraft. "So etwas habe ich noch nie gesehen. Und ich habe ziemlich viel Naturgewalt und Kriegsgewalt gesehen", sagte er.

Der britische Außenminister Boris Johnson besuchte seinerseits die betroffenen britischen Karibik-Gebiete. Auf Barbados sagte er, fast 1000 Soldaten seien im Einsatz, um für Sicherheit zu sorgen und Hilfseinsätze zu unterstützen.

In der Karibik und im Süden der USA läuft inzwischen eine riesige Hilfs- und Aufräumaktion. Macron sprach von der "größten Luftbrücke seit dem Zweiten Weltkrieg", die zur Versorgung der Sturmopfer in der Karibik eingerichtet worden sei.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in dem französischen Überseegebiet Saint-Martin in der Karibik | Bildquelle: dpa
galerie

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in dem französischen Überseegebiet Saint-Martin in der Karibik

Einer der schwersten Tropenstürme

"Irma" war am vergangenen Mittwoch als Hurrikan der höchsten Stufe 5 auf der Karibikinsel Barbuda an Land getroffen. Er ist einer der schwersten jemals in der Region registrierten Tropenstürme.

Die Westküste Floridas wurde von dem befürchteten Horrorszenario verschont. Bei ihrem Zug über die Halbinsel sorgte "Irma" aber in der nordöstlich gelegenen Stadt Jacksonville für heftige Überflutungen.

Leid und Verzweiflung auf den Florida Keys
Jan Bösche, ARD Washington
13.09.2017 13:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 13. September 2017 tagesschau24 um 09:00 Uhr sowie die tagesschau um 12:00 Uhr und Deutschlandfunk um 12:41 Uhr.

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