Menschen befüllen Sandsäcke | Bildquelle: dpa

"Irma" vor Florida "Hoffentlich geht alles gut"

Stand: 08.09.2017 11:39 Uhr

Ausnahmezustand in Florida: Zwar hat der Hurrikan leicht an Kraft verloren, doch mit Stärke vier bleibt "Irma" gefährlich auf Kurs Richtung Halbinsel. Gouverneur Scott appelliert an die Menschen, sich in Sicherheit zu bringen.

Von Gabi Biesinger, ARD-Studio Washington

US-Präsident Donald Trump twitterte Donnerstagabend ein Foto vom Auge des Wirbelsturms und forderte die Menschen auf, den Anweisungen der Behörden zu folgen, und sich vor Hurrikan "Irma" in Sicherheit zu bringen. Auf einer Pressekonferenz am Nachmittag hatte er erklärt: 

"Wir machen uns große Sorgen. Wir bereiten uns so gut es geht vor. Jetzt müssen wir abwarten was passiert. Es ist der größte Hurrikan, den sie je über dem Atlantik gemessen haben. Wir stehen den Menschen in Florida bei, wir arbeiten außerordentlich hart, haben tapfere Spitzenleute da unten. Hoffentlich geht alles gut." 

Donald J. Trump @realDonaldTrump
I encourage EVERYONE in the path of #HurricaneIrma to heed the advice and orders of local & state officials! https://t.co/AQmawTpZs0

In vier US-Bundesstaaten wurde der Ausnahmezustand verhängt. Außer in Florida werden auch in Georgia, sowie North und South Carolina Gebäude gesichert und ganze Bezirke evakuiert. 1,2 Millionen Menschen im Südosten der USA sind von Zwangsevakuierungen betroffen.

"Wir haben Angst, wir wollen weg"

In Miami füllen Bewohner auf einem Parkplatz Sandsäcke. Manche haben Kopfkissenbezüge mitgebracht, weil die Säcke ausgehen. Der 16-jährige Diego ist froh, dass seine Familie sich bald auf den Weg in Richtung Norden macht, sobald das Haus verrammelt ist: "Das wird furchtbar", sagt er. "Wir verfolgen die Nachrichten und fürchten, das wird eine große Sache."

Viele Menschen folgen den Aufrufen der Behörden, sich in Sicherheit zu bringen. An den Tankstellen in Südflorida gibt es lange Schlangen: "Wir haben Angst, wollen weg", sagen sie. "Das ist ein Irrenhaus hier. Ich will nicht, dass mir der Sprit ausgeht.“   

 

Hurrikan "Irma" setzt seinen Zerstörungsweg durch die Karibik fort
tagesschau 12:00 Uhr, 08.09.2017, Joana Jäschke, SWR

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Polizeieskorte für Tanklaster, AKW abgeschaltet

Floridas Gouverneur Rick Scott forderte alle Tankstellen auf, solange wie möglich geöffnet zu bleiben. Tanklaster werden mit Polizeieskorten durch die Autoschlangen zu den Zapfsäulen dirigiert. Die Polizei soll ganz zum Schluss auch die Angestellten der Tankstellen in Sicherheit bringen, damit sie möglichst lange bleiben können.

Der Gouverneur hat zwei Atomkraftwerke abschalten lassen und warnt, dass niemand auf der Halbinsel sich in Sicherheit wiegen dürfe: "Dies ist ein katastrophaler Sturm, so wie unser Staat ihn noch nicht erlebt hat. Er ist breiter als unsere gesamte Halbinsel und kann lebensgefährliche Schäden an und zwischen beiden Küsten anrichten."

Manche wollen in ihren Häusern bleiben

Doch immer wieder gibt es auch Menschen, die sich entscheiden, in ihren Häusern zu bleiben. Megan wohnt in der Nähe von Miami, ist 32 Jahre alt und hat noch schlimme Erinnerungen an Hurrikan "Andrew", den sie als kleines Mädchen erlebte. Megan klopft an die Fensterscheiben: "Wir haben das Haus extra deshalb vor zwei Jahren gekauft", erklärt sie. "Türen und Fenster sollen Hurrikan-sicher sein. Nichts soll durchkommen, sie sind vermutlich sogar schusssicher.“

"Sie können sich kein zweites Leben besorgen"

Der Präsident des Baugewerbeverbandes in Südflorida, Peter Dyga, erklärt, dass nach Hurrikan "Andrew" die Bauvorschriften zwar verschärft wurden. Doch ob selbst Hurrikan-sichere Fenster "Irma" standhalten werden, sei fraglich: "Die Herausforderung bei einem Hurrikan ist ja: Es ist nicht ein Windstoß, der das Fenster trifft - sondern der Wind drückt immer und immer wieder. Das ist also der wahre Test: Mutter Natur wird am Ende gewinnen - wir können nur hoffen und für das Beste beten."

Wenn "Irma" Florida erst einmal erreicht hat, dann müsse Menschen wie Megan bewusst sein, dass sie nicht mehr gerettet werden könnten, warnen die Behörden immer wieder eindringlich. Und Gouverneur Scott appelliert: "Glauben Sie nicht, Sie könnten den Sturm aussitzen. Sie können Ihr Haus wieder aufbauen und Sachen ersetzen, aber sie können ihrer Familie und sich kein zweites Leben besorgen." 

Florida bereitet sich auf Hurrikan Irma vor
Gabi Biesinger, ARD Washington
08.09.2017 10:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. September 2017 um 10:00 Uhr.

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