Menschen in Florida bereiten sich auf Irma vor | Bildquelle: AP

Hurrikan nimmt Kurs auf Florida "Irma wird die USA verwüsten"

Stand: 08.09.2017 16:58 Uhr

Durch Hurrikan "Irma" sind in der Karibik mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Nun nimmt der Sturm Kurs auf Kuba und Florida. Der US-Katastrophenschutz warnte vor Verwüstungen. Der Gouverneur von Florida sagte, alle Einwohner sollten sich für Evakuierungen wappnen.

Hurrikan "Irma" ist über die Karibik gezogen und hat dabei bislang mindestens 17 Menschen das Leben genommen. "Es ist, als wäre jemand mit einem Rasenmäher vom Himmel über die Insel gegangen", sagte eine Augenzeugin auf dem Inselteil Sint-Maarten dem niederländischen Rundfunk NOS. "Irma" ist einer der stärksten jemals registrierten Wirbelstürme im Atlantik.

Hurrikan "Irma" hinterlässt Pfad der Verwüstung in der Karibik
tagesschau 20:00 Uhr, 08.09.2017, Joana Jäschke, SWR

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Tote auf Saint-Martin und Saint-Barthelemy

Allein in den französischen Überseegebieten kamen neun Menschen ums Leben, sieben werden noch vermisst. Das teilte Frankreichs Innenminister Gérard Collomb mit. Auf den Inseln Saint-Martin und Saint-Barthelemy seien zudem 112 Menschen verletzt worden. Die Bilanz sei weiterhin mit Vorsicht zu betrachten, sagte Collomb.

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Hurrikan "Irma" hinterlässt Spur der Verwüstung in der Karibik

Zerstörte Häuser auf Saint Martin

So lang war noch kein Hurrikan so stark: Zwar wurde "Irma" nun auf Stärke 4 herabgestuft, doch zuvor war er der längste beobachtete Wirbelsturm mit Stärke 5. Schon am Mittwoch fegte er mit dieser Intensität über die nördlichen Antillen hinweg. | Bildquelle: REUTERS

Plünderungen in Sint Maarten und Saint-Martin

Dazu kommen nun noch weitere Probleme - konkret die Sorge vor Plünderungen: "Die Lage ist ernst", sagte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte über Plünderungen auf dem niederländischen Inselteil Sint Maarten. Es gebe Berichte, dass Bürger auch bewaffnet auf der Straße seien. Die niederländische Marine nannte die Situation besorgniserregend. "Marinesoldaten und Militärpolizei unterstützen zurzeit die lokalen Behörden beim Bewahren der öffentlichen Ordnung."

Rutte sagte, die niederländische Regierung schicke zusätzliche Polizisten und Soldaten nach Sint Maarten, um für Ordnung zu sorgen. Der Hafen und der Flughafen seien für militärische Zwecke wieder geöffnet worden. Priorität habe aber die Lieferung von Wasser und Lebensmitteln sowie Medikamenten und Zelten für die Sturmopfer. "Wir geben Sint Maarten nicht auf", sagte Rutte.

Auch im französischen Gebiet von Saint-Martin sowie auf Saint-Barthélemy machten sich Diebe am Eigentum verwüsteter und verlassener Häuser zu schaffen. Eine Bewohnerin sagte dem französischen Radiosender France Bleu Limousin, sie sei schockiert und ernüchtert. Es gebe Prügeleien um Fernseher oder Ventilatoren. Sie habe Angst, nach draußen zu gehen.

Die französische Ministerin für die Überseegebiete, Annick Girardin, sagte nach einem Überflug über Saint-Martin und Saint-Barthélemy, sie habe mit eigenen Augen Plünderungen gesehen. Girardin kündigte die Entsendung von 400 Polizisten in die französischen Gebiete an.

Aufatmen in Haiti und der Dominikanischen Republik

Hilfsorganisationen zeigten sich dagegen erleichtert, was die Schäden in Haiti und der Dominikanischen Republik angeht. Dort wütete Hurrikan "Irma" nach ersten Berichten weniger schlimm als befürchtet. "Hätte "Irma" einen südlicheren Weg eingeschlagen, wäre es zur Katastrophe gekommen", so Martin van de Locht, Leiter der Internationalen Programme von World Vision.

Auch bei Caritas International gab man sich vorerst erleichtert. In der Dominikanischen Republik gebe es nach ersten Berichten keine Toten, sagte ein Sprecher. Etwa 200 Häuser seien vollständig zerstört. Eine komplette Entwarnung für die Region wollte Caritas international aber noch längst nicht geben. Vor allem der tiefer gelegene Norden Haitis könne noch von Überschwemmungen bedroht sein.

Zwei Menschen wurden dem britischen "Guardian" zufolge allerdings in der Hafenstadt Cap-Haïtien verletzt, als ein Baum auf ihr Haus stürzte. Außerdem zerstörte der Sturm eine Brücke zum Nachbarland Dominikanische Republik.

Kuba, Florida und Georgia bereiten sich vor

Inzwischen wurde der Wirbelsturm von der höchsten Stärke fünf um eine Stufe auf vier herabgestuft. Das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA nannte den Sturm jedoch weiterhin "extrem gefährlich".

Als solcher bewegt er sich nun langsam in Richtung Kuba. Dort werden nun Touristen in Sicherheit gebracht, Anwohner des bedrohten Küstengebiets wurden aufgerufen, im Landesinneren Schutz zu suchen.

Florida in Alarmbereitschaft

Am Wochenende soll der Sturm dann auf den US-Bundesstaat Florida treffen. Das Zentrum werde am Sonntagmorgen die Inselgruppe der Florida Keys und die Südküste des US-Bundesstaats erreichen, schrieb das Hurrikanzentrum. Die ersten Ausläufer könnten den US-Staat aber bereits am Samstag erreichen.

Insgesamt 125.000 Menschen an der Atlantikküste müssen ihre Häuser verlassen. Der Gouverneur von Florida sagte darüber hinaus, dass sich alle Einwohner des Bundesstaates sich für mögliche Evakuierungen wappnen sollten.

Trotz der leichten Abschwächungd es Sturms rechnen die Behörden mit verheerenden Schäden. Wenn "Irma" Florida so schlimm treffen sollte wie befürchtet, werde es in einigen Regionen mehrere Tage keinen Strom geben, so die US-Katastrophenschutzbehörde. Deren Chef warne: "Irma" werde die Vereinigten Staaten "verwüsten".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. September 2017 um 14:00 Uhr.

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