Satellitenaufnahme von Hurrikan Irma | Bildquelle: REUTERS

Hurrikan in der Karibik "Irma" erreicht Kleine Antillen

Stand: 06.09.2017 11:38 Uhr

Barbuda und Antigua im Auge des Sturms: Hurrikan "Irma" hat auf den Kleinen Antillen Schäden hinterlassen. Dächer flogen von den Häusern. Die Bewohner verschanzten sich in den Häusern. Inzwischen fegt "Irma" mit mehr als 290 Stundenkilometern Richtung Virgin Islands und Puerto Rico.

Der gewaltige Hurrikan "Irma" hat die ersten Inseln in der Karibik erreicht. Der Sturm der obersten Kategorie 5 traf in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) auf Barbuda auf Land, wie der US-Wetterdienst mitteilte. Barbuda gehört zu den Kleinen Antillen.

NHC Atlantic Ops @NHC_Atlantic
Hurricane #Irma Advisory 28A: Eye of Potentially Catastrophic Category 5 Hurricane Irma Passing Over Barbuda. https://t.co/VqHn0uj6EM

Bewohner berichteten von einem Zusammenbruch der Telefonleitungen, als das Zentrum des Sturms über sie hinwegfegte. Der Wind habe Dächer von einigen Häusern gerissen, meldete der "Antigua Chronicle" auf Facebook.

Der Nachbarinsel Antigua brachte "Irma" heftigen Regen und peitschenden Wind. Trümmer flogen umher, während sich die Bewohner in ihren Häusern und von der Regierung bereitgestellten Unterkünften verschanzten. Wie auf Barbuda sind viele Gebäude auf Antigua nicht auf Betonfundamenten errichtet worden. Andere Häuser besitzen lediglich Dächer aus Holz.

Anguilla, Montserrat und St. Kitts und Nevis liegen auf dem weiteren Kurs von "Irma". Hurrikan-Warnungen gibt es auch für die niederländischen Inseln Saba, Sint Eustatius, Sint Maarten, die französischen Überseegebiete Saint-Martin und Saint-Barthélemy, die Britischen Jungferninseln, die US-Jungferninseln sowie Teile Puerto Ricos und der Dominikanischen Republik. In Guadeloupe wurden Schulen und Behörden geschlossen. Krankenhäuser stockten ihre Vorräte an Medikamenten, Lebensmitteln und Trinkwasser auf.

Weil Tausende Menschen sich auf französischen Karibikinseln nicht vor Hurrikan "Irma" in Sicherheit gebracht haben, schlägt die Regierung in Paris Alarm. Die Ministerin für die französischen Überseegebiete, Annick Girardin, äußerte sich "höchst besorgt".

"Potenziell katastrophal"

Eine Frau schaufelt Sand in einen Sack, der ihr Haus vor dem Hurrikan "Irma" schützen soll. | Bildquelle: AP
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In Florida bereiten sich die Bewohner auf den Hurrikan "Irma" vor.

"Irma" wurde von den Behörden als "potenziell katastrophal" eingestuft. Der Hurrikan mit Geschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern in der Stunde könnte katastrophale Schäden anrichten, warnte das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) in den USA. Seit Beginn der Wetteraufzeichnung habe noch kein Sturm auf dem offenen Atlantik eine solche Stärke erreicht.

Zwar habe es schon vier Hurrikans gegeben, bei denen ähnliche Windgeschwindigkeiten gemessen wurden, darunter "Gilbert" im Jahr 1988 oder "Wilma" im Jahr 2005. Doch diese Stürme hatten sich laut NHC nicht auf dem offenen Meer, sondern über Randmeeren des Atlantiks gebildet. Diese Gewässer sind wesentlich wärmer, dadurch gewinnen die Stürme dort mehr an Kraft.

Erreicht "Irma" US-Küste?

Die genaue Route von "Irma" ist unklar, aber laut verschiedenen Vorhersagen bedroht der Hurrikan auch Haiti und Kuba. Die Behörden riefen die Menschen zu Vorsorgemaßnahmen auf. Darüber hinaus ist noch unklar, ob der Sturm die US-Küste ansteuern wird. Meteorologen rechneten damit, dass sich "Irma" weiter nach Norden in Richtung Florida, Georgia sowie North und South Carolina bewegen könnte. Auf Key West im US-Bundesstaat Florida wurden Touristen aufgefordert, die Insel zu verlassen. In Miami Beach bereiteten sich die Menschen mit Hamsterkäufen auf den herannahenden Sturm vor.

Aufräumen in Texas - Vorbereitungen in Florida
Morgenmagazin, 06.09.2017, Verena Bünten, ARD Washington

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US-Präsident Donald Trump rief für Florida, Puerto Rico und die Amerikanischen Jungferninseln den Notstand aus. Dadurch können das US-Heimatschutzministerium und die nationalen Koordinationsstelle für Katastrophenhilfe in den betroffenen Gebieten mit der Koordinierung der Katastrophenhilfe beginnen.

Den Modellen des Hurrikan-Zentrums in Miami zufolge könnte "Irma" aber ebenso wieder nordöstlich aufs Meer hinausziehen. Experten warnten, dass der Sturm eine ähnlich zerstörerische Kraft entwickeln könnte wie der "Harvey", der am 25. August auf die osttexanische Küste getroffen war und weite Gebiete unter Wasser gesetzt hatte. Mindestens 60 Menschen kamen durch "Harvey" ums Leben.

Vom Tropensturm zum Hurrikan

Tropische Wirbelstürme entstehen über dem Meer, wenn das Wasser mindestens 26 Grad warm ist und stark verdunstet. Ihre Stärke wird nach der von den Meteorologen Herbert Saffir und Robert Simpson entwickelten Skala eingeteilt. Demnach ist in den USA bei einer maximalen Windgeschwindigkeit unter 63 Kilometern pro Stunde von einem Tropentief die Rede. Bei Tempo 63 bis 118 gilt es als Tropensturm, darüber wird Hurrikanstärke erreicht. Ein Hurrikan der Kategorie 1 reicht bis Tempo 153. Stufe 2 gilt bis 177, Stufe 3 bis 208 und Stufe 4 bis 251 Kilometer pro Stunde. Hurrikans der höchsten Kategorie 5 haben eine Windgeschwindigkeit von mehr als 252 Kilometern pro Stunde.

Hurrikane erzeugen zwar enorme Windgeschwindigkeiten, bewegen sich aber oft nur mit etwa 15 Kilometern in der Stunde vorwärts. Das ist verheerend, weil Niederschläge dann stunden- oder tagelang auf fast dasselbe Gebiet niederprasseln.

Oft nehmen Wirbelstürme bei ihrem Zug über das Meer an Stärke zu. Über Land verlieren sie schnell an Kraft, da der Nachschub feuchtwarmer Luftmassen fehlt. Bei Windgeschwindigkeiten unter 120 Kilometern pro Stunde wird ein Hurrikan zu einem Tropensturm herabgestuft.

Über dieses Thema berichtete das morgenmagazin am 06. September 2017 um 06:30 Uhr.

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