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Irland steht vor einem Machtwechsel: Bei der Parlamentswahl zeichnet sich ein deutlicher Sieg der konservativen Oppositionspartei Fine Gael ab. Die absolute Mehrheit hat die Partei aber verpasst, berichtet der öffentlich-rechtliche Rundfunksender RTE.
Nach der ersten Auszählungsrunde in allen Wahlbezirken kommt die Partei mit Spitzenkandidat Enda Kenny auf rund 36 Prozent. Als Koalitionspartner kommt die sozialdemokratische Labour-Partei infrage, die laut Prognose 20,5 Prozent der Stimmen erhielt.
Die bisher regierende Fianna-Fail-Partei des scheidenden Premierministers Brian Cowen käme demnach auf 17 Prozent - ihr bisher schlechtestes Ergebnis. 2007 hatte sie noch mehr als 41 Prozent erreicht. Cowen übernahm "die volle Verantwortung" für den Niedergang seiner Partei. "Es gab eindeutig keine große Unterstützung", sagte er.
Einen Sitz im irischen Unterhaus sicherte sich auch Gerry Adams. Die prägende politische Figur des Nordirland-Konflikts und einer der Architekten des Friedensprozesses gewann sein Mandat im Wahlkreis Louth souverän. Das Parlament in Dublin ist nach dem britischen House of Commons und dem Regionalparlament in Nordirland das dritte Parlament, in das Adams gewählt wurde. Seinen Sitz in Westminster nahm Adams aber nie an, weil er den Treueeid auf Queen Elizabeth II. verweigert.
Mit Gerry Adams an der Spitze gewann die links-nationale Sinn-Fein-Partei deutlich Stimmen hinzu. Die Prognose sieht sie bei rund zehn Prozent.
Das endgültige Ergebnis der Parlamentswahl wird am Sonntag erwartet.
Der Wahlkampf war von der Wirtschaftskrise und der Finanzhilfe geprägt. Kenny hatte angekündigt, das internationale Hilfspaket für Irland neu verhandeln zu wollen. Der kleine Inselstaat hatte als erstes Land der Euro-Zone den Rettungsschirm von EU und Internationalem Währungsfonds in Anspruch genommen. Einer der Hauptstreitpunkte ist das Zinsniveau von 5,8 Prozent für die zugesagten Kredite. Diplomaten in Dublin und Brüssel sehen jedoch kaum Spielraum für gravierende Zinsnachlässe.
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