Irland will Abtreibungen in Einzelfällen erlauben

Bei Lebensgefahr für die Mutter

Irland will Abtreibungen erlauben

Das irische Parlament hat ein umstrittenes Gesetz verabschiedet, dass Abtreibungen in einigen begrenzten Fällen erlaubt - nämlich dann, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist. Die Abgeordneten stimmten in der Nacht zum Freitag mit einer deutlichen Mehrheit von 127 zu 31 Stimmen für einen entsprechenden Regierungsvorschlag.

Irisches Parlament ebnet den Weg für legale Abtreibungen in Einzelfällen
tagesschau 20:00 Uhr, 12.07.2013, Frank Jahn, ARD London

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Oberhaus muss noch zustimmen

Unter die lebensbedrohlichen Situationen, die eine Abtreibung erlauben, würde demnach auch ein Selbstmordrisiko bei der Mutter fallen. Das nach monatelangen Kontroversen verabschiedete Gesetz muss noch das irische Oberhaus passieren, bevor es in Kraft treten kann. Es wird aber damit gerechnet, dass das Oberhaus die Entscheidung bestätigt.

Schwangerschaftsabbruch ist im mehrheitlich katholischen Irland verboten. Zwar dürfen Ärzte seit einem Urteil des Obersten Gerichtshof aus dem Jahr 1992 eine Abtreibung vornehmen, wenn das Leben der Mutter unmittelbar in Gefahr ist. Doch bislang wurden die Gesetze nicht an die Rechtsprechung angepasst, was Dublin im Jahr 2010 auch ein missbilligendes Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte einbrachte.

Massenproteste nach Todesfall

In Irland war es zu Massenprotesten gekommen, nachdem eine aus Indien stammende Zahnärztin Ende Oktober in einer Klinik nach einer Fehlgeburt an einer Blutvergiftung gestorben war. Die Ärzte hatten ihr zuvor eine Abtreibung verweigert. Daraufhin wurden Forderungen nach einer Änderung der Abtreibungsgesetze laut.

Protest gegen die Abtreibungsgesetze in Irland (Bildquelle: AFP)
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Ende Oktober war eine Frau in Irland an einer Blutvergiftung gestorben, nachdem Ärzte ihr zuvor eine Abtreibung verweigert hatten. Viele Iren fordern daher eine Änderung der Abtreibungsgesetze.

Stand: 12.07.2013 02:41 Uhr

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