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Die iranische Führung versucht mit allen Mitteln, eine objektive Berichterstattung über die Massenproteste zu verhindern. Allein: es gelingt ihr nicht. Wo Journalisten in ihrer Arbeit behindert werden, schlägt die große Stunde des Internets. tagesschau.de zeigt die wichtigsten Informationsquellen im WWW.
Von Sebastian Eberle für tagesschau.de
Einen aktuellen Überblick über die Situation im Iran bieten die User des Kurznachrichtendienstes Twitter – trotz Sperrung des Internets und der Mobilfunknetze. Twitter ist zur unverzichtbaren Informationsquelle für die Protestbewegung geworden. Hier werden Treffpunkte und Uhrzeiten für Kundgebungen vereinbart, aber auch Meldungen über Verhaftete, Verletzte und Tote ausgetauscht. IranElection ist derzeit das meistbenutzte Themenschlagwort bei Twitter. Das große Problem: Die vermeintlichen Fakten, die über Twitter laufen, können nicht nachgeprüft werden. Es ist nicht klar, wer da twittert und welche Interessen er verfolgt.
Beispielhaft für die vielen Twitterer ist der Account von "persiankiwi". Er bietet einen umfassenden und detaillierten Überblick über die Proteste. Von der Situation an der Teheraner Universität bis zu mutmaßlichen Toten bei Unruhen in der Provinz. Dabei trennt er zwischen bestätigten Meldungen ("confirmed"), Meldungen ohne Klassifizierung und Gerüchten ("unconfirmed rumors", "we cannot confirm ..."). Freilich können auch die von ihm als "bestätigt" bezeichneten Nachrichten nicht unabhängig überprüft werden, da nicht klar ist, wer die Meldungen "bestätigt".
Neben den schnellen, kurzen Informationen über Twitter, sind es vor allem die Amateurvideos auf "YouTube", die starke Eindrücke von den Protesten liefern. Wo Journalisten an ihrer Arbeit gehindert werden, sind es die Youtube-Videos, die dafür sorgen, dass das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte an die Öffentlichkeit kommt.
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Neben den Protest-Videos wird YouTube jedoch auch zu politischen Zwecken genutzt. Dieses Video von Exiliranern ist ein Aufruf an alle Menschen weltweit, die Proteste im Iran zu unterstützen. Die Bilder zeigen wütende Demonstranten, prügelnde Sicherheitskräfte und brennende Fahrzeuge. "Die Iraner wollen den Wandel, genau wie die Menschen in den USA nach den Bush-Jahren", so der Sprecher dieses "Offenen Briefs an die Welt". Das Iranische Regime verweigere den Dialog mit der Welt, Menschenrechte und Demokratie. Außerdem leugne es den Holocaust und ignoriere den Willen seines eigenen Volkes. Die Menschen in aller Welt sollten daher auf ihre Regierungen Druck ausüben, das iranische Wahlergebnis nicht zu akzeptieren.
Klassische Blogs und Webseiten kanalisieren die getwitterten Informationen und zeigen die eindringlichsten Bilder und Videos. Hier eine Auswahl der Blogs und Webseiten:
Das in den USA ansässige "Tehran Bureau" ist ein Online-Projekt amerikanischer und iranischer Journalisten, die sich zum Ziel gesetzt haben, journalistisch fundierte Berichte aus dem Iran zu liefern, da die "Main-Stream-Medien" den Iran in ihrer Berichterstattung bislang vernachlässigt hätten. Ein Mitarbeiter twittert im Moment ständig aus Teheran über seine Beobachtungen auf den Straßen.
Das Foto-Blog "Tehran 24" zeigt normalerweise Alltagsbilder aus der iranischen Hauptstadt. Doch an Alltag ist momentan nicht zu denken. Die Fotos dieser Tage zeigen wütende Demonstranten, brennende Barrikaden und verletzte Menschen.
Das Blog "Iran Rigged Election" (= manipulierte Wahl im Iran) zeigt Bilder und Videos. Besonders informativ: Der Twitter-Account.
Noch mehr Videos und Fotos gibt im Blog "Revolutionary Road". Der Betreiber, Student an der Polytechnischen Universität, ist nach eigenen Angaben seit Jahren in der iranischen Arbeiter, Frauen- und Studentenbewegung aktiv. Für dieses Engagement habe er bereits im Gefängnis gesessen.
Diese Website zeigt eine umfangreiche Bildsammlung. Auf vielen Fotos zeigen sich die brutalen Übergriffe der Sicherheitskräfte auf Demonstranten besonders drastisch.
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