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28.05.2012

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Iran Atom
IAEA-Bericht: Starke Hinweise auf iranisches Atomwaffenprogramm
IAEA legt neuen Iran-Bericht vor

Hinweise auf Atomwaffenprogramm verdichten sich

Der Iran hat nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA zumindest bis zum vergangenen Jahr an der Entwicklung von Atomwaffen gearbeitet. Das geht aus einem vertraulichen Bericht hervor, der mehreren Nachrichtenagenturen vorliegt. Demnach liegt der Behörde in Wien eine Reihe von Hinweisen vor, dass das Land verschiedene Projekte und Experimente zur Entwicklung eines atomaren Sprengkopfes durchführte. "Die Informationen weisen darauf hin, dass der Iran Arbeiten zur Entwicklung eines nuklearen Sprengkörpers durchgeführt hat", wird IAEA-Chef Yukiya Amano in dem Bericht zitiert.

Vorbereitungen für Atomtests

Den Erkenntnissen der IAEA zufolge hat der Iran bei seinen Arbeiten an Atomwaffen auch Komponenten getestet. Unter anderem seien Experimente mit starkem Sprengstoff ein wesentliches Indiz für diese Waffenentwicklungen. Es seien auch Vorbereitungen für Atomtests getroffen worden, für die spezielle Zünder unterirdisch ausprobiert wurden. Besonders beunruhigt sei die IAEA über Studien zu atomaren Bauteilen aus den Jahren 2008 und 2009. Dem Bericht zufolge könnte ein Teil der Arbeiten andauern. Deshalb sei man "ernsthaft besorgt".

Die Konstruktionspläne für Atomwaffen habe die Regierung in Teheran von einem Schmuggel-Netzwerk um den pakistanischen Atomwissenschaftler Abdul Khan erhalten. Die IAEA wertete für den Bericht sowohl Geheimdienstinformationen verschiedener Staaten als auch öffentlich zugängliche Quellen aus. Unter letzteres fallen auch Satellitenbilder

Die offizielle Veröffentlichung des IAEA-Berichts wird auch mit besonderer Spannung erwartet, weil in israelischen Medienberichten über einen möglichen Angriff auf iranische Atomanlagen spekuliert worden war, sollte es neue Hinweise auf ein Atomwaffenprogramm geben.

Ahmadinedschad bestreitet Atomwaffenprogramm

In einer ersten Reaktion wies der iranische IAEA-Abgesandte, Ali Soltanieh, den Bericht als "politisch motiviert" und "unprofessionell" zurück.

Irans Präsident Ahmadinedschad (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Hält unbeirrbar am Atomprogramm fest: Präsident Ahmadinedschad ]
Bereits zuvor hatte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad die Fortsetzung des bisherigen Kurses angekündigt. Der Iran werde "keinen Schritt" von seinen Atomprogramm zurückweichen, betonte er. Gleichzeitig warnte Ahmadinedschad Israel und die USA im Falle eines Angriffs vor schwerwiegenden Konsequenzen. "Wer auch immer den Iran angreift, wird diesen Schritt bitter bereuen."

Ahmadinedschad hatte zudem erneut bekräftigt, sein Land sei nicht mit dem Bau einer Atombombe beschäftigt. Wenn der Iran die Kontrolle der USA über die Welt auflösen wollte, bräuchte er dazu keine Bomben. "Wir verlassen uns auf unsere Gedanken, unsere Kultur und Logik", erklärte er.

Westerwelle warnt vor Angriff

Bundesaußenminister Guido Westerwelle warnte vor einer atomaren Bewaffnung des Iran und drohte Teheran mit weiteren Sanktionen. Falls der Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde zeige, dass der Iran erneut an einem Programm für nukleare Waffen arbeite, "werden wir in Europa eine nächste Sanktionsrunde vorbereiten", kündigte Westerwelle ab. Zugleich warnte er vor einem Angriff auf den Iran. Westerwelle sagte in der ARD, von Diskussionen über militärische Interventionen halte er gar nichts. "Sie werden übrigens das Gegenteil erreichen von dem, was man erreichen möchte."

Stand: 08.11.2011 23:25 Uhr
 

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