Seitenueberschrift

Drei Tage nach Erdbeben im Iran

Zwei Menschen lebend aus Trümmern gerettet

Mitarbeiter des Roten Halbmonds ziehen einen Überlebenden aus den Trümmern.
galerie

Mitarbeiter des Roten Halbmonds ziehen einen Überlebenden aus den Trümmern.

Drei Tage nach den schweren Erdbeben im Nordwesten des Irans sind zwei Menschen gerettet worden. Die Überlebenden wurden aus den Trümmern ihres eingestürzten Hauses in einem Dorf nordöstlich von Täbris geholt, nachdem Suchhunde dort angeschlagen hatten, berichtete der staatliche Fernsehsender IRIB. Die beiden Überlebenden seien in gutem Gesundheitszustand.

Zwei Tage zuvor hatte der iranische Innenminister Mustafa Mohammad-Najar die Bergungsarbeiten bereits für beendet erklärt, weil es keine Hoffnung auf weitere Überlebende gebe.

Iran nimmt nun doch ausländische Hilfe an

Nach den Erdbeben hatte der Iran Hilfe aus dem Ausland zunächst abgelehnt. Am Montag sagte Vizepräsident Mohammed Resa Rahimi jedoch, "unter den derzeitigen Umständen" sei Teheran nun doch bereit, Hilfe anderer Staaten für die Erdbebenopfer anzunehmen.

Zerstörte Häuser im iranischen Dorf Bajeh Baj
galerie

Durch die Beben wurden zahlreiche Häuser zerstört, wie hier im iranischen Dorf Bajeh Baj.

Zuvor hatten verschiedene westliche Länder, darunter die USA und Deutschland, dem Land ihre Unterstützung angeboten. "Das amerikanische Volk spricht dem iranischen Volk sein zutiefst empfundenes Beileid aus", hieß es in einer schriftlichen Erklärung der US-Regierung. "Wir stehen bereit, in dieser schwierigen Zeit Hilfe zu leisten."

Auch Außenminister Guido Westerwelle erklärte, Deutschland sei bereit, dem Iran in dieser schweren Stunde zu helfen. Irans Innenminister Mohammed-Najar hatte jedoch zunächst gesagt, der Iran brauche keine Unterstützung von außen und könne die Lage selbst bewältigen.

Mehr als 300 Tote geborgen

Bei den Beben am Samstag kamen mindestens 306 Menschen ums Leben, teilte Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi mit. Bis zu 3000 seien verletzt worden. Nach Angaben des Innenministers wurden in der Region nahe der Millionenstadt Täbris "die Hälfte der 600 Dörfer zu 40 bis 100 Prozent zerstört". Zu etwa 60 Dörfern gibt es bislang keinen Zugang.

1/

Erdbeben erschüttert den Iran

Tote, Verletzte und viele zerstörte Orte

Zerstörte Häuser in der Ortschaft Warsakan

Am Samstag, dem 11. August, erschüttert um 16.53 Uhr Ortszeit ein Erdbeben der Stärke von mindestens 6,2 den Nordosten des Iran. Viele Häuser in der Ortschaft Warsakan liegen Sekunden später in Trümmern. Mehr als 100 Orte sind vom Beben betroffen. Da jedoch Dutzende Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten sind, ist das gesamte Ausmaß noch nicht absehbar. (Foto: dpa)

Zwei starke Beben in elf Minuten

Nach Angaben des seismologischen Instituts der Universität Teheran hatten die zwei kurz aufeinander folgenden Beben eine Stärke von 6,2. US-Geologen gaben die Stärke sogar mit 6,3 und 6,4 an.

Im Iran gibt es häufig Erdbeben, weil dort mehrere tektonische Platten aufeinander treffen. Ein besonders schweres Beben ereignete sich im Dezember 2003. Damals kamen 31.000 Menschen ums Leben.

Karte Iran
galerie

Das Epizentrum des Bebens lag in der Nähe der Stadt Täbris

Stand: 14.08.2012 16:14 Uhr

Ihre Meinung - meta.tagesschau.de

13 Kommentare zur Meldung. Kommentierung der Meldung beendet.

Schlagwörter der Meldung:
Darstellung: