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Suche nach Überlebenden eingestellt
Mindestens 227 Tote bei Erdbeben im Iran
Nach den schweren Erdbeben im Nordwesten des Irans hat das Innenministerium die Zahl der Toten leicht nach unten korrigiert. Bis jetzt seien 227 Menschen tot geborgen worden, erklärte Innenminister Mohammad Najar. Fast 1400 seien bei dem Beben verletzt worden. Zuvor waren die Behörden von bis zu 250 Toten und 2000 Verletzten ausgegangen.
In der Region nahe der Millionenstadt Täbris sei "die Hälfte der 600 Dörfer zu 40 bis hundert Prozent zerstört", sagte Najar weiter. Die Rettungsteams stellten ihre Suche nach Überlebenden inzwischen ein, wie das staatliche Fernsehen meldete. Hilfsorganisationen errichteten für die vielen Obdachlosen Tausende Zelte.
Mehr als 200 Tote bei schwerem Erdbeben
tagesthemen 21:45 Uhr, 12.08.2012, Martin Weiss, ARD Istanbul
Zu etwa 60 Dörfern gab es zunächst keinen Zugang. Der Chef der Hilfsorganisation Roter Halbmond, Mahmud Mosafar, sagte aber, dass zu einigen Orte telefonischer Kontakt bestehe.
Um die Menschen in den Dörfern zu erreichen, wurden Hubschrauber eingesetzt. Aus dem Innenministerium in der Hauptstadt Teheran hieß es, allein aus Warsakan seien etwa 50 Menschen verletzt in Krankenhäuser gebracht worden.
Zwei starke Beben in elf Minuten
Nach Angaben des seismologischen Instituts der Universität Teheran hatten die zwei kurz aufeinander folgenden Beben eine Stärke von 6,2. US-Geologen gaben die Stärke sogar mit 6,3 und 6,4 an.
Die geologischen Verwerfungen ereigneten sich demnach in fast zehn Kilometern Tiefe, etwa 60 Kilometer entfernt von der Millionenstadt Täbris. Die Erdstöße trafen die Region binnen elf Minuten. Zudem gab es inzwischen etwa 20 kleinere Nachbeben.
Helfer suchen im Erdbebengebiet nach Überlebenden
S. Güsten, ARD Istanbul
12.08.2012 12:36 Uhr
Panik in Täbris
Unter den 1,5 Millionen Einwohnern der Stadt Täbris brach Panik aus. Laut den amtlichen iranischen Nachrichtenagenturen flohen viele Menschen aus ihren schwankenden Häusern ins Freie. Zudem brachen in Teilen der Region die Telefon- und Mobilfunknetze zusammen. Die Feuerwehr berichtete laut der Agentur Isna von großflächigen Stromausfällen und dichtem Verkehr in Täbris.
Trost vom Präsidenten und vom Papst
Präsident Mahmud Ahmadinedschad sprach den Menschen im Erdbebengebiet in einer auf seiner Webseite veröffentlichten Erklärung sein Beileid aus. Er forderte die Behörden auf, alles zu tun, um der betroffenen Bevölkerung zu helfen.
Papst Benedikt XVI. rief die Weltgemeinschaft zur Hilfe und zur Solidarität für die vom Erdbeben betroffenen Menschen im Iran auf. Auch die Unwetter auf den Philippinen und in China "haben zahlreiche Todesopfer und Verletzte gefordert, Tausende Evakuierungen und ungeheure Schäden", klagte der Papst. Die Menschen seien nun auf "unsere Solidarität und unsere Unterstützung" angewiesen.
Erdbebengefährdetes Gebiet
Im Iran gibt es häufig Erdbeben, weil dort mehrere tektonische Platten aufeinander treffen. Ein besonders schweres Beben ereignete sich im Dezember 2003. Damals kamen im Südosten des Landes 31.000 Menschen ums Leben. Bei einem Erbeben im Nordosten Irans im Januar wurden mehr als hundert Menschen verletzt.
Stand: 12.08.2012 13:33 Uhr
