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Epizentrum in der Nähe der Millionenstadt Täbris
Mindestens 220 Tote bei Erdbeben im Iran
Bei einem schweren Erdbeben im Nordwesten Irans sind mindestens 220 Menschen ums Leben gekommen und 1500 weitere verletzt worden. Das teilte der Katastrophenschutz mit. Die Zahl der Opfer könne noch steigen, sagte der Regionalchef des Katastrophenschutzes im Staatsfernsehen. Ganze Dörfer waren von der Außenwelt abgeschnitten, Retter suchten fieberhaft nach Verschütteten.
Der Chef der Hilfsorganisation Roter Halbmond, Mahmud Mosafar, sagte der iranischen Nachrichtenagentur Mehr, zu mehreren Dörfern gebe es keinen Zugang. Ein Verantwortlicher aus Ahar bezifferte die Zahl der betroffenen Dörfer auf etwa 60.
Zwei schwere Erdbeben erschüttern Irans Nordwesten
S. Güsten, ARD Istanbul
12.08.2012 04:30 Uhr
Zwei Beben innerhalb weniger Minuten
Nach Angaben des seismologischen Instituts der Universität Teheran hatte das Beben eine Stärke von 6,2. Das Epizentrum lag etwa 60 Kilometer entfernt von der Millionenstadt Täbris. Wenige Minuten nach den ersten Erschütterungen ereignete sich ein Nachbeben mit einer Stärke von 6,0. Zudem gab es mehr als 17 kleinere Nachbeben.
Unter den 1,5 Millionen Einwohnern der Stadt Täbris brach Panik aus. Laut den amtlichen iranischen Nachrichtenagenturen flohen viele Menschen aus ihren schwankenden Häusern ins Freie. Zudem brachen in Teilen der Region die Telefon- und Mobilfunknetze zusammen.
Notlager für 16.000 Menschen
Laut der Nachrichtenagentur Irna waren mehr als 60 Rettungsteams und 185 Krankenwagen im Einsatz. Der iranische Rote Halbmond richtete in einem Stadion ein Notlager für 16.000 Menschen ein. Präsident Mahmud Ahmadinedschad sprach den Menschen im Erdbebengebiet in einer auf seiner Webseite veröffentlichten Erklärung sein Beileid aus. Er forderte die Behörden auf, alles zu tun, um der betroffenen Bevölkerung zu helfen.
Erdbebengefährdetes Gebiet
Im Iran gibt es häufig Erdbeben, weil dort mehrere tektonische Platten aufeinander treffen. Ein besonders schweres Beben ereignete sich im Dezember 2003. Damals kamen im Südosten des Landes 31.000 Menschen ums Leben. Bei einem Erbeben im Nordosten Irans im Januar wurden mehr als hundert Menschen verletzt.
Stand: 12.08.2012 05:55 Uhr
