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Vor dem Gipfeltreffen der Blockfreien Staaten in Teheran
UN-Generalsekretär Ban trifft iranische Staatsführung
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat mit der Führung in Teheran den Atomkonflikt, die Lage in Syrien und die feindseligen Äußerungen gegenüber Israel erörtert. Einen Tag vor dem Auftakt zum Gipfel der blockfreien Staaten in Irans Hauptstadt traf er das geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei, Präsident Mahmud Ahmadinedschad und Parlamentspräsident Ali Laridschani.
Nach Angaben seines Sprechers Martin Nesirky forderte Ban "konkrete Schritte" zur Beilegung des Konflikts. Der UN-Generalsekretär hatte vor der Reise angekündigt, dass er die "Sorgen und Erwartungen der internationalen Gemeinschaft" hinsichtlich des iranischen Atomprogramms zum Ausdruck bringen werde. Der Westen wirft dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben, und versucht, Teheran mit Sanktionen von seinem Atomprogramm abzubringen. Der Iran weist die Vorwürfe zurück und verweist auf sein Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie. Israel, das sich angesichts der offenen Drohungen aus Teheran in Gefahr sieht, erwägt einen militärischen Angriff gegen die Atomanlagen.
Laut der Internetseite des iranischen Parlaments hob Ban gegenüber Laridschani die "wichtige Rolle" hervor, die das Land bei der friedlichen Beilegung der Krise in Syrien spielen könne.
Äußerungen sind "beleidigend und aufrührerisch"
Nesirky zufolge übermittelte der Diplomat auch seine "starke Ablehnung" der Äußerungen Chameneis und Ahmadinedschads zu Israel. Diese seien "beleidigend und aufrührerisch". Ahmadinedschad und Chamenei hatten Israel kürzlich erneut als "Krebsgeschwür" bezeichnet, das aus dem Nahen Osten verschwinden müsse. Die USA und Israel hatten sich bereits im Vorfeld kritisch zu Bans Besuch im Iran geäußert, weil sie eine Aufwertung des Regimes in Teheran befürchten.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erneuerte die Kritik. Er bezeichnete die geplante Teilnahme von Regierungsvertretern an dem Treffen der blockfreien Staaten in Teheran als "Schande". Gleichzeitig bedankte er sich bei Deutschland als einer der Länder, die bei dieser "Show" nicht dabei seien.
Zu den zweitägigen Gipfel Beratungen werden Staats- und Regierungschefs aus mehr als 30 Ländern erwartet. Der Blockfreien-Gruppe gehören etwa 120 Länder an - vorwiegend aus Asien, Afrika und Lateinamerika. Die Bewegung war 1955 während des Kalten Krieges ins Leben gerufen worden, um denjenigen Staaten mehr Stimme und Gewicht zu geben, die sich weder dem Westen noch dem Ostblock zuordnen wollten.
Stand: 29.08.2012 22:29 Uhr
