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21.11.2009

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Ausland
Sarkozy Obama Brown
Empörung über Ausweitung der iranischen Urananreichung
Neue Sanktionen angedroht

Westen empört über Irans zweite Uranfabrik

Die USA, Großbritannien und Frankreich haben mit Empörung auf die iranische Ankündigung reagiert, derzeit eine zweite Anlage zur Urananreicherung zu bauen. US-Präsident Barack Obama warf Teheran vor, die Fabrik jahrelang verheimlicht zu haben. Dies zeige den Unwillen der Islamischen Republik, ihren internationalen Verpflichtungen nachzukommen, betonte Obama auf dem G20-Gipfel in Pittsburgh.

Gemeinsam mit dem britischen Premier Gordon Brown und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy forderte er die iranische Regierung auf, den Inspekteuren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) umgehend Zutritt zu der unterirdischen Anlage zu gewähren. Sarkozy sprach von einer "sehr ernsten Vertrauenkrise" und stellte Teheran ein Ultimatum bis zum 1. Dezember. Bis dahin müsse "alles auf dem Tisch liegen". Sollte es bis dahin keine Fortschritte geben, "müssen Sanktionen verhängt werden", drohte er.

Obama, Brown und Sarkozy (Foto: AFP) [Bildunterschrift: Ernste Gesichter in Pittsburgh: Sarkozy, Brown und Obama verurteilten den Bau der Anlage in einer gemeinsamen Erklärung scharf. ]

Merkel sieht Verstoß gegen internationale Auflagen

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte den Iran zur sofortigen Aufklärung über seine zweite Urananreicherungsanlage auf. "Deutschland ist darüber sehr besorgt, genauso wie Frankreich, Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika", sagte Merkel in Pittsburgh. Der Bau sei ein Verstoß gegen die Auflagen der IAEO und der Vereinten Nationen. Der Iran müsse auf die Vorschläge eingehen, die ihm zur Beendigung seines Nuklearprogramms vorgelegt worden seien.

Urananreicherung nur zur Energiegewinnung?

Zuvor hatte die IAEO bekannt gegegen, dass der Iran die Behörde am Montag schriftlich über den Bau einer zweiten Anlage zur Urananreicherung informiert hatte. Teheran habe versichert, dass in der Anlage Uran nur bis zu einem Grad von fünf Prozent angereichert werden solle. Für den Bau von Atomwaffen wäre eine weit höhere Anreicherung notwendig.

Iranische Atomanlage Natans (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: In der Anlage von Natans sollen sich eines Tages bis zu 6000 Zentrifugen zur Urananreicherung drehen. (Archiv) ]
Nach dem Verständnis der IAEO sei bislang noch kein nukleares Material in die neue Anlage gebracht worden, erklärte der Sprecher. Zudem habe das Land zugesagt, weitere Angaben in einer "angemessenen" Zeit zu liefern. Die IAEO habe Informationen über die Anlage und einen Zugang sobald wie möglich gefordert.

Die neuen Erkenntnisse sind auch brisant, weil am 1. Oktober die Gespräche der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschlands mit dem Iran auf der Ebene von Diplomaten wieder aufgenommen werden sollen. Die Existenz der zweiten Anlage könnte diese Verhandlungen erheblich belasten.

Bislang nur eine Anlage bekannt

Bislang hatte die IAEO lediglich Kenntnis von einer Anlage zur Urananreichrung in Natans. Internationale Inspektoren hatten sie mehrfach überprüft. Seit ein paar Jahren sind die Forscher dort in der Lage, gasförmiges Uran anzureichern. Dies genügt nach Angaben der Regierung zur Energiegewinnung, reicht aber nicht für Nuklearwaffen. Laut IAEO betreibt der Iran in Natans mittlerweile 3500 Zentrifugen zur Urananreicherung.

Weitere Meldung:

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad (Foto: AFP)
Weitere Meldungen "Wir haben ein Recht anzureichern" Das iranische Atomprogramm ist der Hauptstreitpunkt der islamischen Republik mit dem Westen. [mehr]

Rein friedliche Nutzung?

Die Atomenergiebehörde hatte mehrfach kritisiert, dass der Iran die Weltgemeinschaft nicht ausreichend über sein umstrittenes Atomprogramm informiert. Die USA und andere westliche Staaten werfen Iran vor, unter dem Deckmantel der Stromerzeugung an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran hatte in den vergangenen Jahren stets erklärt, sein Atomprogramm verfolge rein friedliche Absichten.

Atomanlagen im Iran [Bildunterschrift: Die vier iranischen Reaktoren stehen im ganzen Land verteilt: in Arak, Buschehr, Isfahan und im nuklearen Forschungs-und Entwicklungszentrum direkt in der Hauptstadt Teheran. ]
Stand: 25.09.2009 15:58 Uhr
 

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