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Die iranische Armee hat ein für fünf Tage geplantes Militärmanöver gestartet: Hauptziel ist laut dem iranischen Staatsfernsehen, die Fähigkeiten der Luftwaffe zu testen, die in Teheran sowie in Zentral- und Südiran liegenden Atomanlagen gegen einen Angriff zu verteidigen. Den Angaben zufolge erstreckt sich die Übung über eine Fläche von 600.000 Quadratkilometern. Neben den regulären Streitkräften seien auch die Revolutionsgarden an dem Manöver beteiligt.
Der Chef der iranischen Luftabwehr, Brigadegeneral Ahmad Mighani, hatte die Übung gestern im iranischen Fernsehen angekündigt: "Wegen der Bedrohungen, die über unseren Atomanlagen schweben, ist es unsere Pflicht, diese für unsere Nation lebenswichtigen Einrichtungen zu schützen." Ziel des Manövers sei, die militärische Stärke der Armee gegen jede Art von Angriff zu fördern.
An Israel erging zum Auftakt der Übung eine deutliche Warnung: Sollte der Iran angegriffen werden, werde das Land Mittelstreckenraketen auf Tel Aviv abfeuern, sagte der Repräsentant des Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei in den Revolutionsgarden, Mojtaba Zolnoor. Im Streit über das umstrittene Atomprogramm des Iran hatte Israel mehrfach damit gedroht, iranische Atomanlagen anzugreifen.
Das Militärmanöver soll der internationalen Gemeinschaft wohl auch die Stärke des iranischen Regimes deutlich machen. Denn die internationalen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm kommen nicht voran - der Konflikt droht zu eskalieren.
Die Vetomächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschland hatten zuletzt als Kompromiss vorgeschlagen, das meiste des niedrig angereicherten iranischen Urans im Ausland weiter aufzuarbeiten. Anschließend könnte das hochangereicherte Nuklearmaterial, das der Iran für seinen medizinischen Forschungsreaktor in Teheran benötigt, zurückgebracht werden. Diesen Vorschlag lehnt die Führung in Teheran bislang ab. Sie will das angereicherte Uran nicht aus der Hand geben.
Die Westmächte beraten zurzeit, wie sie weiter vorgehen wollen, wenn der Iran nicht bald einlenkt. Laut US-Präsident Barack Obama wird dabei auch über weitere mögliche Maßnahmen gegen den Iran diskutiert. Die Zeit drängt: Anfang des Jahres hatte Obama eine Lösung bis Dezember gefordert.
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Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung von Atomkraft am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran weist diese Vorwürfe zurück und reichert weiter Uran an. Deshalb und wegen mangelnder Zusammenarbeit mit der internationalen Atomenergiebehörde IAEA wurden durch den UN-Sicherheitsrat in den vergangenen Jahren Wirtschafts- und Handelssanktionen gegen das Land verhängt.
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