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Zuerst sah es so aus, als ob es einen Kompromiss im Atomstreit mit dem Iran geben würde: Das Angebot, dass das Land Uran in Russland anreichern lässt, schien in Teheran auf Zustimmung zu stoßen. Mit dem Zugeständnis sollte verhindert werden, dass der Iran selbst das Uran weiter anreichert und so womöglich waffenfähiges Material herstellt. Doch der Iran ließ die Zustimmungsfrist verstreichen.
Von Ulrich Pick, ARD-Hörfunkstudio Istanbul
Drei Wochen hat es gedauert, nun ist es klar: Iran will nicht auf den von den fünf UN-Vetomächten und Deutschland angebotenen Atomkompromiss eingehen. Wie Außenminister Mansher Mottaki der Nachrichtenagentur ISNA mitteilte, werde Teheran kein schwach angereichertes Uran ins Ausland senden, um es dort weiter anreichern zu lassen.
[Bildunterschrift: Das iranische Atomkraftwerk Buschehr ist ein wichtiger Bestandteil des Nuklearprogramms des Landes. ]
Der Kompromiss, den Irans Staatspräsident Machmud Ahmadinejad zwischenzeitlich als "im Ganzen positiv" bezeichnete, sieht unter anderem vor, dass die Islamische Republik 1,2 Tonnen leicht angereichertes Uran nach Russland bringen sollte, wo sie von rund vier auf knapp 20 Prozent weiter angereichert und daraus anschließend in Frankreich Brennelemente hergestellt worden wären. Diese sollten dann für die Verwendung in einem medizinischen Forschungsreaktor bis etwa Ende kommenden Jahres zurück nach Iran gebracht werden.
Der Vorschlag, dessen Umsetzung unter der Obhut der Internationalen Atomenergieagentur stattfinden sollte, wurde von Washington, Moskau und Paris als Initiatoren sofort unterzeichnet, während Teheran die entsprechende Frist am Freitag vor drei Wochen verstreichen ließ. Aus der iranischen Hauptstadt hieß es zwischenzeitlich, der Westen wolle die Islamische Republik mit dieser Initiative täuschen. Entsprechend war in iranischen Medien wiederholt spekuliert worden, die 1,2 Tonnen des angereicherten Urans könnten nicht als Ganzes, sondern sozusagen in Raten an Russland ausgeliefert werden.
In den vergangenen Tagen hatte der türkische Außenminister Ahmed Davutoglu eine neue Möglichkeit angeboten. Falls Iran sich nicht mit Russland und Frankreich einigen könne, sei Ankara bereit und technisch in der Lage, niedrig angereichertes Uran aus dem Nachbarland treuhänderisch zu verwahren. Auch dies hatte Ahmadinejad gegrüßt, doch einige türkische Quellen meldeten, gewisse Kräfte in Teheran seien generell gegen die Ausfuhr von angereichertem Uran. Dies scheint jetzt die offizielle Linie Irans zu sein, obgleich bei der Wiener Atombehörde noch keine schriftliche Absage aus der Islamischen Republik vorliegt.
Insgesamt soll Teheran über 1,5 Tonnen niedrig angereichertes Uran verfügen. Wären, wie im Atomkompromiss vorgesehen, 80 Prozent dieser Menge ins Ausland geliefert worden, so hätte Iran vorübergehend zu wenig angereichertes Uran besessen, um es möglicherweise für einen militärischen Einsatz aufzubereiten.
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