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Atomstreit Iran Israel

Urananreicherungsanlage in Fordo

Spurensuche im Iran

Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) sind zur Kontrolle einer bis vor kurzem noch geheim gehaltenen Anlage zur Urananreicherung im Iran eingetroffen. Sie sollen feststellen, ob die Anlage wirklich der friedlichen Nutzung der Kernenergie dient.

Von Ulrich Pick, ARD-Hörfunkstudio Istanbul

Inspektoren im Iran
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Das Inspektoren-Team von Herman Nackaerts (Mitte) bei seiner Ankunft in Teheran.

Die vier Inspektoren aus Wien, die am Samstag in Teheran gelandet sind, sollen drei Tage in Iran bleiben. Ihr Ziel ist die zweite Urananreicherungsanlage des Landes, die sich in dem 1000-Einwohner Ort Fordo befindet. Fordo liegt nahe der Theologenhochburg Ghom, rund 120 Kilometer südlich der Hauptstadt. Die Anlage soll unter der Erde liegen und mindestens 3000 Gaszentrifugen beherbergen, in denen Uranhexafluorid aufbereitet wird. Durch diesen Prozess wird die Konzentration von spaltbarem Uran-235 auf rund vier Prozent erhöht, was man als „niedrig angreichertes Uran“ bezeichnet, welches für den Betrieb von Leichtwasserreaktoren benötigt wird.

Über die Existenz der Anlage in Fordo, die westlichen Quelle zufolge zu einem großen Teil mit chinesischer Hilfe errichtet worden sein soll, erfuhr die überraschte Weltöffentlichkeit erst Ende September. Während  die USA Iran vorwerfen, es habe den Komplex gegenüber der Wiener Atombehörde IAEO viel zu spät deklariert, weist Teheran diesen Vorwurf zurück. Schließlich solle die Anlage doch erst in 18 Monaten angefahren werden. Sicher ist jedenfalls, dass mit dem Bekanntwerden ihrer Existenz der internationale Druck auf die Islamische Republik deutlich gewachsen ist.

Keine greifbaren Ergebnisse?

Iranische Atomanlage Natans
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Bereits bekannt: Die Atomanlage in Natans. Hier sollen sich eines Tages bis zu 6000 Zentrifugen zur Urananreicherung drehen.

Die Inspektion, die möglicherweise vorerst keine greifbaren Ergebnisse bringen könnte, erfolgt nach einer Woche, in der das iranische Nuklearprogramm gleich zweimal die internationalen Schlagzeilen bestimmte. So trafen sich in Wien Vertreter aus den USA, Russland,  Frankreich und Iran, um einen Kompromissvorschlag auszuhandeln, der den Atomstreit entschärfen soll. Er sieht unter anderem vor, dass die Islamische Republik 1,2 Tonnen leichtangereichertes Uran nach Russland bringt, wo sie auf knapp 20 Prozent angereichert und daraus anschließend in Frankreich Brennelemente hergestellt werden. Diese sollen dann für die Verwendung in einem medizinischen Forschungsreaktor bis etwa Ende kommenden Jahres nach Iran gebracht werden.

Frist ohne Ergebnis verstrichen

Während der Vorschlag, dessen Umsetzung unter der Obhut der Internationalen Atomenergieagentur stattfinden soll, von Washington, Moskau und Paris begrüßt wurde, ließ Teheran die Unterzeichnungsfrist am Freitag verstreichen. Inzwischen wurde aus der iranischen Hauptstadt Kritik hierzu laut. So sagte Ali Laridschani, der frühere Atomunterhändler und jetzige Parlamentspräsident, der Westen wolle mit diesem Schritt sein Land täuschen.

Parallel zu den Wiener Gesprächen meldete diese Woche die israelische Zeitung "Ha’aretz", Nuklearexperten aus Israel und Iran hätten erstmals seit 30 Jahren miteinander gesprochen. Die Unterredung soll auf einer Konferenz für atomare Nichtverbreitung in Kairo stattgefunden haben. Teheran dementierte den Bericht.

Stand: 25.10.2009 12:01 Uhr

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