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Das erste Atomkraftwerk im Iran kann erst Monate später als geplant ans Netz gehen. Der Atomchef des Landes nennt als Begründung das Wetter, Sicherheitsbedenken und die üblichen Verzögerungen bei Großprojekten. Allerdings könnte auch der Computer-Virus "Stuxnet" eine Rolle spielen.
Von Ulrich Pick, ARD-Hörfunkstudio Istanbul
Wenige Tage nachdem der Leiter des ersten iranischen Atomkraftwerkes, Mahmoud Jafari, eingeräumt hat, dass zahlreiche Computer von Mitarbeitern des Meilers in Buschehr durch den Internet-Wurm "Stuxnet" beschädigt wurden, heißt es offiziell aus dem Iran, der Leichtwasserreaktor werde später ans Netz gehen als geplant.
[Bildunterschrift: In Betrieb aber noch nicht am Netz: Das Atomkraftwerk Buschehr ]
Ali Akbar Salehi, der Atomchef des Landes, erklärte, das AKW werde nicht wie geplant ab November Strom liefern, sondern erst zwei bis drei Monate später. Als Begründung gab er Sicherheitsbedenken an sowie den Hinweis, dass wegen der Hitze in Buschehr die Beladung des Meilers mit Brennstäben nur nachts erfolgen könne. Zudem seien Verspätungen bei solch einem großen Projekt normal.
Der Leichtwasserreaktor, der ursprünglich durch die deutsche Firma Siemens entwickelt wurde, war nach jahrelangen Verzögerungen mit russischer Hilfe am 21. August offiziell in Betrieb genommen worden. Ob die in den vergangenen Tagen von unterschiedlichen iranischen Stellen eingeräumten Viren-Angriffe durch den Trojaner "Stuxnet" bei der jetzt bekannt gegebenen Verzögerung in Buschehr eine Rolle spielt, muss zur Stunde offenbleiben.
Das Teheraner Industrieministerium hatte am vergangenen Wochenende bestätigt, dass der Wurm rund 30.000 industrielle Großrechner in der Islamischen Republik beschädigt habe. So wurde er nicht nur in Computern von Mitarbeitern des Atomkraftwerkes in Buschehr gefunden sondern auch in Raffineriesystemen der für den Iran eminent wichtigen Ölindustrie.
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