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22.03.2010

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Ausland
Bundesregierung für härtere Gangart gegen Iran
Streit über Atomprogramm

Bundesregierung für härtere Gangart gegen Iran

Im Atomstreit mit dem Iran hat die Bundesregierung angekündigt, den Druck auf die Führung des Landes zu erhöhen. Sie wolle die Aktionen des Landes "sehr sorgfältig beobachten", sagte Regierungssprecher Wilhelm. Damit reagiert die Bundesregierung auf die jüngsten Äußerungen Teherans. Das Land plant, von morgen an mit der Uran-Anreicherung anzureichern.

Iranische Atomkraftwerk Buschehr im Februar 2006 (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Das iranische Atomkraftwerk Buschehr ist ein wichtiger Bestandteil des Nuklearprogramms des Landes. ]
Unterdessen informierte der Iran die internationale Atombehörde in Wien (IAEA) über die jüngsten Schritte des islamischen Landes. Das bestätigte der iranische Botschafter bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh. In dem Brief habe die iranische Führung die IAEA über den Beginn der umstrittenen Urananreicherung auf 20 Prozent informiert, hieß es.

Die Weltmächte hatten in den vergangenen Monaten immer wieder gehofft, Teheran zur Unterzeichnung eines Abkommens bewegen zu können, das die Anreicherung des Urans im Ausland vorsieht. Der Iran braucht den Brennstoff nach eigenen Angaben für den Betrieb eines medizinischen Forschungsreaktors.

Teheran hatte daraufhin immer wieder auf Zeit gespielt und Gegenvorschläge gemacht, die jedoch für die Weltmächte nicht akzeptabel waren. Soltanieh erklärte, sein Land habe nun lange genug gewartet, um grünes Licht für die Urananreicherung zu bekommen.

"Wir haben noch keine Antwort bekommen"

"Wir haben unsere Vorschläge gemacht, aber noch keine Antwort bekommen", fügte er hinzu. Jedoch bleibe die Möglichkeit, dass der Deal doch noch zustande kommt, weiter offen. Die Anreicherung soll nach Angaben des Leiters der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, am Dienstag in der zentraliranischen Anlage Natans beginnen.

Soltanieh erklärte, IAEA-Inspekteure seien dazu eingeladen, die Aktivitäten zu überwachen. Die westlichen Mächte verdächtigen die islamische Republik, eine Atombombe bauen zu wollen und drängen den Iran zur Zusammenarbeit mit der Atomenergiebehörde. Seit Jahren sind deswegen UN-Sanktionen gegen den Iran in Kraft.

Mahmud Ahmadinedschad (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Mahmud Ahmadinedschad ]
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte den Schritt, das Uran nun doch im eigenen Land anzureichern, zuvor angekündigt. Der nukleare Brennstoff sei für einen Versuchsreaktor in Teheran bestimmt, sagte er. Ahmadinedschad unterstrich der iranischen Nachrichtenagentur Irna zufolge, dass die Tür für Gespräche weiter geöffnet sei.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte dem Iran im Oktober vorgeschlagen, Uran mit niedrigem Anreicherungsgrad nach Frankreich und Russland zu exportieren. Dort solle das Material stärker angereichert und dann in den Iran zurückgeliefert werden. Dieses Angebot war von Teheran zunächst zurückgewiesen worden. In dieser Woche ergab sich durch Äußerungen von Ahmadinedschad jedoch der Eindruck, die Anreicherung im Ausland werde von Teheran in Betracht gezogen.

Nutzung von Uran:

Angereichertes Uran kann unter anderem zur Energiegewinnung, in der Medizin oder in Nuklearwaffen eingesetzt werden. Entscheidend ist der Grad der Anreicherung. Natururan enthält nur zu 0,7 Prozent spaltbares Material (Uran 235). In vier unterschiedlichen und technisch sehr aufwendigen Verfahren kann der Uran-235-Anteil erhöht werden. Für die Verwendung in gängigen Kernreaktoren muss Uran zwischen drei und fünf Prozent Uran 235 enthalten, damit es der Energiegewinnung dienten kann. Für den Einsatz in medizinischen Reaktoren - etwa für die Krebstherapie - wird ein Anreicherungsgrad von 20 Prozent benötigt. Militärische Kernwaffen müssen hochangereichertes Uran 235 enthalten (mindestens 80 Prozent).
 
Stand: 08.02.2010 15:18 Uhr
 

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