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Im Iran haben Berichte über eine angebliche Flucht der Oppositionsführer Mussawi und Karubi für Verwirrung gesorgt. Die amtliche Nachrichtenagentur IRNA meldete, die beiden hätten Teheran in Richtung Norden verlassen. Die Nachrichtenagentur FARS sowie Karubis Sohn dementierten dies.
Von Ulrich Pick, ARD-Hörfunkstudio Istanbul
Nachdem gestern das politische Establishment seine Anhänger mobilisiert und landesweit Hunderttausende Iraner ihre Solidarität mit dem erzkonservativen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad demonstriert hatten, ist es die Nacht über im Iran weitgehend ruhig geblieben.
[Bildunterschrift: Regimetreue hatten auf einer Kundgebung ihre Hinrichtung gefordert: Mehdi Karubi (l.) und Mir Hussein Mussawi ]
Am späten Abend sorgten Meldungen der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA für Irritation. Sie sprachen davon, dass zwei Führer der Opposition - mutmaßlich Mir Hussein Mussawi und Mehdi Karubi - die Hauptstadt Teheran verlassen hätten und in den Norden des Landes geflohen seien. Hintergrund dieser Aktion, so hieß es, seien die Kundgebungen am Nachmittag gewesen, auf denen regimetreue Demonstranten die Hinrichtung der beiden gefordert hätten.
Mehrere oppositionelle Webseiten dementierten die Meldung und zitierten Karubis Sohn Mohsen, der sagte, sowohl sein Vater als auch Mussawi befänden sich in Teheran. Inzwischen ist bekannt geworden, dass der bei den Unruhen getötete Neffe von Oppositionsführer Mussawi in einer eilig organisierten Zeremonie auf einem Friedhof im Süden Teherans beigesetzt worden ist. Während der vergangenen Tage hatten die Behörden die Leiche des Erschossenen nicht herausgegeben, da sie offensichtlich befürchten, dass es im Falle einer größeren Trauerfeier zu neuen Protesten kommen würde.
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Gestern Nachmittag kündigte Irans Polizeichef Ismael Ahmadi Mokaddam eine schärfere Gangart gegen Oppositionelle an. Gleichzeitig sagt er, dass bei den Auseinandersetzungen vom Wochenende über 500 Personen inhaftiert worden seien. Bislang sprachen die Sicherheitskräfte lediglich von 300. Mokaddam begründete die jetzt höhere Zahl damit, dass auch der Geheimdienst sowie die Freiwilligencorps der Basidsch-Milizen Menschen festgenommen und in Unterkünften interniert hätten. Die Opposition spricht mittlerweile von mindestens 800 Verhafteten. Unter ihnen seien auch mindesten 18 Vertraute von Mussawi.
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