Wahlsieger Rohani: Jubel für Irans neuen Präsidenten

Hassan Rohani (Bildquelle: Reuters)

Wahlsieger Hassan Rohani

Jubel für Irans neuen Präsidenten

Die Menschen im Iran feiern den deutlichen Sieg des moderaten Klerikers Rohani - und das Ende der Ära Ahmadinedschad. Sie hoffen auf ein Ende der internationalen Isolation - und auf einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Von Reinhard Baumgarten, ARD-Hörfunkstudio Istanbul, zzt. Teheran

Tausende Menschen sind zum Tajreesh-Platz im Norden Teherans geströmt. Sie feiern den Sieg des moderaten Klerikers Hassan Rohani. Sie feiern auch das absehbare Ende der Präsidentschaft von Mahmud Ahmadinedschad.

19 Stunden hat die Auszählung der Stimmen gedauert. Ob nur gezählt oder ob vor der Bekanntgabe des Endergebnisses hinter den Kulissen heftig über die Folgen gesprochen wurde, ist unklar. Klar ist, dass Rohani einen überwältigenden Sieg eingefahren hat. Drei Mal mehr Stimmen als der Zweitplazierte Mohammed Qalibaf hat er erhalten.

Anhänger von Hassan Rohani in Teheran (Bildquelle: AP)
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In Teheran feiern Anhänger den Wahlsieger Rohani. Viele junge Iraner haben ihn gewählt.

"Es lebe Rohani, es lebe Khatami", rufen die Menschen. Die früheren Präsidenten Mohammed Khatami und Ali Akbar Hashemi Rafsanjani gelten als die Architekten dieses Erfolgs. "Ich gratuliere Rohani im Namen all der jungen Menschen, die für ihn gestimmt haben", sagt ein Unterstüzer Rohanis. "Ich hoffe, er hält seine Versprechen, die Währung zu stärken, die Würde Irans wiederherzustellen und sich um die Arbeitslosigkeit zu kümmern".

Jubel nach dem Sieg von Rohani
R. Baumgarten, ARD Istanbul
16.06.2013 12:28 Uhr

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Auch die 42-jährige Nasrin ist überglücklich, dass Rohani die Wahl gewonnen und eine Koalition mit dem Reformer Mohammed Resa Aref gebildet hat. Das habe den Reformern die Stimmen gebracht. "Ich hoffe, Rohani kann seine Versprechen halten und diesem Land wieder Weisheit und Hoffnung bringen", sagt sie.

Der zweite Mann im Staat

Versammlung der Besinnung und Hoffnung - das war Rohanis Wahlkampfmotto. Damit hat er mehr als 18,6 Millionen Stimmen erreicht, wie Innenminister Mohammed Najjar verkündete. Rohani wird nach Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei der zweite Mann im Staat sein.

"Er weiß, dass er jetzt ein echtes Mandat hat", sagt der politische Analytiker Hooman Majd. Der Oberste Führer weiß das, und auch die Extremisten und die Hardliner wissen das. Die Zeitungen der Hardliner geben die Niederlage dieses Mal zu.

Absage an konservative Politiker

Die liberale Zeitung "Mardomsalari" bewertet den Sieg Rohanis als ein lautes Nein zu dem scheidenden Amtsinhaber Ahmadinedschad sowie zur Art und Weise, in der konservative Politiker seit Jahren im Iran herrschen. Das Volk zeige, dass es eine andere Verhandlungsweise bei den Atomgesprächen wünsche - und einen Weg der Entspannung.

Stand: 16.06.2013 13:14 Uhr

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