Rohani gewinnt Präsidentenwahl im Iran (Bildquelle: dpa)

Nach Sieg bei iranischer Präsidentenwahl Die Welt hofft auf Rohani

Stand: 16.06.2013 08:48 Uhr

Während im Iran noch der Sieg des Kandidaten des Reformlagers bei den Präsidentenwahlen gefeiert wird, kommen schon die ersten Forderungen an den neuen Staatschef Hassan Rohani. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gratulierte Rohani und erklärte zugleich, er erwarte von ihm "eine konstruktive Rolle in regionaler und internationaler Politik". In der in New York verbreiteten Erklärung heißt es weiter, Ban wolle mit den iranischen Behörden und Rohani "in Fragen von Bedeutung für die internationale Gemeinschaft und für das Wohl des iranischen Volkes" in Kontakt bleiben.

Rohani betont Bereitschaft zur Vermittlung

Rohani stellte indes einen moderateren Ton in der Außenpolitik in Aussicht. Sein Wahlsieg sei auch ein Sieg der Mäßigung über den Extremismus, sagte er. Es gebe somit auch eine neue Chance in den internationalen Beziehungen für diejenigen, die Demokratie, Zusammenarbeit und freie Verhandlungen wirklich respektierten.

Rohani gewinnt die Präsidentenwahl im Iran
tagesthemen 22:35 Uhr, 15.06.2013, Martin Weiss, ARD Teheran

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USA und Israel hoffen auf Ende des Atomstreits

Die US-Regierung bekräftigte ihr Interesse an einer diplomatischen Beilegung des Atomstreits mit Teheran. Die USA seien weiter zu direkten Kontakten mit der iranischen Regierung bereit, heißt es in einer Erklärung des Weißen Hauses. Man respektiere die Entscheidung des iranischen Volkes.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu verlangte in einer ersten Reaktion ein Ende des umstrittenen iranischen Atomprogramms. Die Sanktionen müssten weiter verschärft werden, sagte der Minister für strategische Angelegenheiten, Juval Steinitz, im israelischen Rundfunk. Eine glaubhafte Drohung mit militärischen Schritten sowie eine klare "rote Linie" im Atomstreit mit Teheran seien weiterhin notwendig.

Weiter Unsicherheit über Atomprogramm

Solange es vor Ort noch keinen echten Wandel gebe, müsse man davon ausgehen, dass Teheran weiter am Bau einer Atombombe arbeite, sagte Steinitz. Er warnte davor, "zu früh zu feiern". Die internationale Gemeinschaft dürfe sich keinen Illusionen hingeben, sagte er. Die Wahlergebnisse zeigten zwar den Willen des iranischen Volkes zum Wandel. Die iranische Außen-, Sicherheits- und Atompolitik bestimme jedoch weiterhin der oberste Führer, Ajatollah Ali Chamenei.

Iran wird vorgeworfen, nach Atomwaffen zu streben. Auch die Unterstützung für den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad wird international gegeißelt. Zudem gilt der Erzfeind Israels als enger Verbündeter der Islamisten-Gruppen Hisbollah und Hamas.

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