Rohani gewinnt Präsidentenwahl im Iran (Bildquelle: dpa)

Kandidat des Reformlagers siegt Rohani gewinnt Präsidentenwahl im Iran

Stand: 15.06.2013 18:12 Uhr

Nach acht Jahren konservativer Herrschaft wird der Iran künftig von einem Kandidaten des gemäßigten Lagers regiert: Der moderate Geistliche Hassan Rohani gewann bei der Präsidentschaftswahl knapp 51 Prozent der Stimmen und siegte damit überraschend schon im ersten Wahlgang.

Rohani holte bei dem Urnengang 50,68 Prozent der Stimmen, wie das iranische Innenministerium unter Berufung auf das vorläufige Endergebnis mitteilte. Damit lag der von Reformern und Gemäßigten unterstützte Kandidat deutlich vor dem zweitplatzierten konservativen Teheraner Bürgermeister Mohammed Bagher Ghalibaf mit sechs Millionen Stimmen. Noch weiter abgeschlagen mit 3,17 Millionen Stimmen war der als möglicher Favorit gehandelte Atom-Chefunterhändler Said Dschalili. Der scheidende Präsident Mahmud Ahmadinedschad darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren.

Rohani gewinnt die Präsidentenwahl im Iran
tagesthemen 22:35 Uhr, 15.06.2013, Martin Weiss, ARD Teheran

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Rohani gilt als der gemäßigtste und reformfreudigste unter den sechs Bewerbern, die ansonsten dem konservativen geistlichen Führer Ajatollah Ali Chamenei nahestehen. Unterstützt wurde Rohani, der bis 2005 oberster Atomunterhändler und Sicherheitsberater des Präsidenten war, offenbar von Anhängern der seit vier Jahren vom herrschenden Klerus brachial unterdrückten Demokratiebewegung.

Liberale Iraner hoffen auf Rohani

Rohani hatte in der Vergangenheit die oft konfrontative Haltung Ahmadinedschads zu verschiedenen internationalen Angelegenheiten kritisiert. Der frühere Atomunterhändler vertritt die Ansicht, dass der Iran sein Atomprogramm fortsetzen und doch gleichzeitig die Spannungen zum Westen abbauen könne. Ihm liege eine "Aussöhnung" mit der internationalen Staatengemeinschaft am Herzen, sagte Rohani im Wahlkampf. Er wolle erreichen, dass die scharfen Wirtschaftssanktionen der EU und der USA beendet werden, unter denen Bürger und Wirtschaft leiden.

Liberal orientierte Iraner setzen große Hoffnung auf Rohani. Allerdings hat der Präsident im Iran nur begrenzte Macht. Diese liegt hauptsächlich beim konservativen islamischen Klerus und den Revolutionsgarden.

1/10

Wahlen im Iran

Sechs Kandidaten kämpfen um die Nachfolge von Ahmadinedschad als Präsident. Für einen grundlegenden Wandel steht keiner von ihnen.

Iranische Frau hält die Nationalflagge vor ihr Gesicht

Die Menschen im Iran wählen einen neuen Präsidenten. Sechs Kandidaten kämpfen um die Nachfolge von Mahmud Ahmadinedschad. Schon vor der Wahl steht fest: Die Chancen auf einen Kurswechsel sind gering. (Bildquelle: dpa)

Darstellung: