Frauen in einer Schlange halten ihre Pässe hoch | Bildquelle: AFP

Präsidentenwahl in Iran Der Andrang war groß

Stand: 20.05.2017 03:36 Uhr

Sichert sich Präsident Rouhani eine zweite Amtszeit - oder wird ihm Hardliner Raisi gefährlich? Die Frage, wer ihr nächster Präsident werden soll, hat mehr Iraner an die Wahlurnen gebracht als erwartet. Die Wahllokale blieben bis in den späten Abend geöffnet.

Erstmals seit der Einigung auf ein Atomabkommen mit den Weltmächten 2015 hat der Iran einen neuen Präsidenten gewählt. Wegen des großen Andrangs blieben die Wahllokale länger geöffnet. Die 56 Millionen Wahlberechtigten hatten zu entscheiden, ob sie den gemäßigten Präsidenten Hassan Rouhani vier weitere Jahre im Amt haben oder wieder einen Hardliner an die Macht hieven wollen.

Am Morgen gab der Oberste Führer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei, symbolisch die erste Stimme ab. Viele Warteschlangen vor den Wahlurnen in Teheran und auch in anderen Städten waren deutlich länger als bei der vorigen Präsidentenwahl im Jahr 2013, wie Reporter der Nachrichtenagentur AP beobachteten. Mindestens drei Mal wurden die Öffnungszeiten an den mehr als 63.000 Wahllokalen verlängert, damit alle die Chance hatten, ihre Stimmen abzugeben.

Schlange vor Wahllokal in Ghom | Bildquelle: AP
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Schlange vor Wahllokal in Ghom

Wahl im Iran | Bildquelle: AP
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Ebrahim Raisi bei seiner Stimmabgabe

Rouhani vs. Raisi

Dass besonders in Teheran eine hohe Wahlbeteiligung herrschte, dürfte Ruhani in die Karten spielen. Die liberalen und wohlhabenden Einwohner der Stadt gelten als Basis seiner Anhängerschaft. Der stärkste Gegner des 68-Jährigen unter den drei weiteren Kandidaten ist der konservative Geistliche Ebrahim Raisi.

Der 56 Jahre alte Juraprofessor und ehemalige Staatsanwalt leitet eine einflussreiche religiöse Stiftung. Er soll Khamenei nahestehen, der ihn schon einmal als "vertrauenswürdig und sehr erfahren" bezeichnet hatte. Öffentlich unterstützt hat Khamenei aber keinen der Kandidaten.

Beschwerde wegen angeblicher Unregelmäßigkeit

Raisis Lager reichte noch vor Schließung der Wahllokale eine Beschwerde wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei der Wahl ein, wie die halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Erhält kein Kandidat bei der ersten Wahlrunde mehr als 50 Prozent, findet am 26. Mai eine Stichwahl statt.

Seit 1981 ist kein amtierender Präsident im Iran damit gescheitert, eine Wiederwahl zu gewinnen. Khamenei rief die Iraner bei seiner Stimmabgabe zu einer regen Beteiligung auf. "Das Schicksal des Landes liegt in der Hand aller Menschen", sagte er. Auch Rouhani gab früh seine Stimme ab. Er mahnte an, dass derjenige Kandidat die gesamte Unterstützung des Landes bekommen solle, der gewählt werde. "Jedem, der gewählt wird, muss von morgen an mit Einheit, Glück und Freude geholfen werden", sagte er. Raisi wies darauf hin, dass jeder das Wahlresultat akzeptieren solle. "Sollte ich zum Beispiel das Ergebnis für unerwünscht halten, sollte das nicht zu einer Störung der Wahl führen", sagte er.

Präsidentschaftswahlen im Iran
nachtmagazin 1:00 Uhr, 20.05.2017, Natalie Amiri, ARD Teheran

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Mann zündet sich aus Protest selbst an

Auch im Ausland stimmen iranische Bürger an mehr als 300 Orten ab, darunter zahlreiche in den USA, wo mehr als eine Million Iraner leben. In Thailand zündete sich ein iranischer Mann aus Protest gegen die Wahl vor der Botschaft seines Landes in Bangkok an. Er erlitt Verbrennungen am ganzen Körper und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Die Wahl gilt als eine Art Referendum über Rouhanis moderate Politik, die trotz des Widerstands von Hardlinern den Weg zu einem internationalen Atomabkommen geebnet hatte.

Viele Bewohner des Landes haben von Vorteilen des Atomdeals allerdings noch wenig gespürt. Im Zuge des Abkommens hatte sich der Iran bereiterklärt, sein Atomprogramm zu beschränken - im Gegenzug wurden Sanktionen abgebaut.

Wer hat die Macht im Iran?
19.05.2017, Ute Konrad, ARD-aktuell

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 19. Mai 2017 um 01:00 Uhr.

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