Iranische Frauen zeigen ihre Finger voll Tinte, die zeigen, dass sie gewählt haben. | Bildquelle: dpa

Parlamentswahl im Iran Erfolg für Reformer und Moderate

Stand: 28.02.2016 08:54 Uhr

Reformer und Moderate haben bei den Parlamentswahlen im Iran einen wichtigen Sieg errungen. Nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen holen sie alle Sitze für die Hauptstadt Teheran. Auch im wichtigen Expertenrat gibt es offenbar eine Mehrheit für die Reformer.

Bei der Parlamentswahl im Iran haben die Reformer und Gemäßigten um Präsident Hassan Rouhani laut einem Teilergebnis alle Sitze für die Hauptstadt Teheran geholt. Die Liste "Hoffnung" habe alle 30 zu vergebenden Parlamentssitze für Teheran gewonnen, berichtete das Staatsfernsehen nach der Auszählung von 90 Prozent der Stimmen. Acht Frauen aus der Hauptstadt wurden demnach ins Parlament gewählt.

Deutliche Unterstützung für den gemäßigten Präsidenten Rouhani
tagesschau 17:15 Uhr, 28.02.2016, Natalie Amiri, ARD Rom, zzt. Teheran

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Erfolg in Teheran

Bislang waren im 290-köpfigen iranischen Parlament sämtliche Teheraner Sitze von Konservativen besetzt gewesen. Die Rouhani-treue Liste "Hoffnung", die von dem Reformer und früheren Vizepräsidenten Mohammed Resa Arif angeführt wird, verdrängte nun den Angaben zufolge den bestplatzierten konservativen Kandidaten Gholam-Ali Hadad Adel.

In den anderen Landesteilen, in denen insgesamt 260 Parlamentssitze zu vergeben waren, waren die Stimmen zwischen den Hardlinern, dem Rouhani-Lager und den unabhängigen Kandidaten gleichmäßiger verteilt.

Mit dem Sieg in Teheran holte sich Rouhani jedoch einen deutlichen Rückhalt für seine Politik der Öffnung. In den vergangenen Jahren hatte das von den Konservativen dominierte Parlament immer wieder Reformen blockiert oder - wie im Fall der Atomverhandlungen - Rouhanis Politik zu hintertreiben versucht.

Frauen warten vor einem Wahllokal in Teheran | Bildquelle: AP
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Bei der Abstimmung am Freitag gab es lange Schlangen vor den Wahllokalen.

Reformer auch im Expertenrat vorn

Gewählt wurde am Freitag auch der 88-köpfige Expertenrat, der im Falle des Todes des geistlichen Oberhaupts Ayatollah Ali Chamenei dessen Nachfolger wählen würde. Nach einer Teilauszählung dominierte in Teheran auch bei dieser Wahl das Lager der Reformer und Gemäßigten. Demnach wurden unter anderen Rouhani und der mit ihm verbündete Ex-Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani in das einflussreiche Gremium gewählt.

Parlamentswahlen im Iran: Erfolg für Moderate und Reformer
R. Baumgarten, ARD Istanbul
28.02.2016 10:16 Uhr

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