Irans Präsident Rouhani | Bildquelle: AP

Parlamentswahl im Iran Reformer in Teheran vorn

Stand: 27.02.2016 20:17 Uhr

Erste Auszählungsergebnisse nach der Parlamentswahl im Iran deuten auf einen Erfolg der Reformer hin: Demnach konnten sie 29 der 30 Sitze für die Hauptstadt Teheran erobern. Auch im Expertenrat zeichnet sich ein Sieg für die Reformer ab.

Nach der Parlamentswahl im Iran können die Reformer um Präsident Hassan Rouhani mit einem Erfolg rechnen: Ersten Auszählungsergebnissen zufolge errangen sie in der Hauptstadtregion die meisten Sitze. Das Lager der Reformer und Gemäßigten kam nach Auszählung von 44 Prozent der Stimmen auf 29 der 30 Sitze für Teheran.

So führt nach Angaben des Innenministeriums Mohammed-Resa Aref, der Spitzenkandidat der Reformer, deutlich vor dem Hardliner Gholam-Ali Hadad-Adel. Damit hätte Aref den direkten Zweikampf zwischen den beiden Spitzenkandidaten klar für sich entschieden. Dieses Duell ist für viele Beobachter wichtiger als der Wahlausgang insgesamt. Das Ergebnis sagt aus, ob die Mehrheit der Iraner für oder gegen den Rouhani-Kurs ist.  

Frauen warten vor einem Wahllokal in Teheran | Bildquelle: AP
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Bei der Abstimmung am Freitag hatte es lange Schlangen vor den Wahllokalen gegeben.

Reformer auch im Expertenrat vorn

Gewählt wurde neben dem Parlament auch der 88-köpfige Expertenrat, der im Falle des Todes des geistlichen Oberhaupts Ayatollah Ali Chamenei dessen Nachfolger wählen würde.

Auch hier zeichnete sich laut einer Teilauszählung in Teheran ein Sieg der Reformer ab. Nach Angaben des Innenministeriums führen der ehemalige Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani und Präsident Rouhani in der Liste für die Hauptstadt, auf die 16 Kandidaten gewählt werden. Das Top-Trio der Hardliner mit den Ajatollahs Ahmad Dschannati, Mohammed Jasdi und Mesbah Jasdi liege auf den hinteren Plätzen 10, 12 und 16.

Der Rat befasst sich zwar nicht mit aktuellen politischen Themen, aber ein Sieg von Rafsandschani und Rouhani würde den Einfluss des erzkonservativen Klerus stark reduzieren.

Die Wahlbeteiligung lag bei rund 60 Prozent. Bis Mitternacht waren die Wahllokale geöffnet - sechs Stunden länger als geplant. Rouhani zeigte sich erfreut über die hohe Beteiligung und betonte, Wahlen seien eine Grundlage für Demokratie und Demokratie sei notwendig, um den Iran der Außenwelt näher zu bringen.

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