Das Parlament im Iran. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Wächterrat lässt mehr Kandidaten zu Mehr Reformer dürfen bei Iran-Wahl antreten

Stand: 06.02.2016 16:22 Uhr

Der iranische Wächterrat hat den Ausschluss von 1500 Kandidaten von der Parlamentswahl widerrufen. Offenbar dürfen nun deutlich mehr Reformer bei der Wahl Ende des Monats antreten. Nach dem Atomabkommen mit dem Westen hoffen die Reformer auf einen Wahlsieg.

An der Parlamentswahl im Iran dürfen auch 1500 Kandidaten teilnehmen, die vom Wächterrat zunächst abgelehnt worden waren. Dabei soll es sich vor allem um Kandidaten aus dem Reformlager handeln, die Präsident Hassan Rouhani nahestehen. Noch ist unklar, wie viele Reformer und wie viele Konservative genau von der Kehrtwende betroffen sind.

Insgesamt bewerben sich am 26. Februar nun 6200 Kandidaten für einen der 290 Sitze, wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte.

Rouhani rügte Wächterrat

Hassan Rouhani | Bildquelle: REUTERS
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Präsident Rouhani war mit dem Ausschluss vieler Kandidaten nicht einverstanden. (Archiv)

Der Wächterrat befindet laut iranischer Verfassung über die Eignung von Kandidaten. Von den ursprünglich mehr als 12.000 Bewerbern sortierte er zunächst mehr als die Hälfte aus. Am stärksten traf es das Reformerlager, aus dem sich besonders viele Kandidaten gemeldet hatten. Sie stimmten zu wenig mit der Staatsauffassung des Wächterrates überein, hieß es damals zur Begründung.

Rouhani hatte das konservative Kontrollgremium nach dem Ausschluss ermahnt, zumindest einige Entscheidungen zu revidieren. Die Bürger dürften nicht den Eindruck bekommen, dass der Wahlausgang im Voraus organisiert sei.

Reformer hoffen auf Wahlsieg

Nach der Umsetzung des Atomabkommens und der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen vor einem Monat rechnet sich das Reformerlager gute Chancen bei der Wahl aus. Die Hardliner dominieren seit drei Legislaturperioden das Parlament.

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