US-Marines sitzen mit erhobenen Händen an Bord eines US-Schiffes.  | Bildquelle: AP

Zwischenfall im Persischen Golf Iran lässt US-Soldaten wieder frei

Stand: 13.01.2016 21:54 Uhr

Der Iran hat zehn US-Soldaten wieder freigelassen. Die Seeleute der US-Marine waren festgesetzt worden, nachdem sie im Persischen Golf in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen waren. Vor Jahren wäre das noch ein Zwischenfall mit Folgen gewesen.

Zehn vom Iran festgehaltene Soldaten der US-Marine sind innerhalb weniger Stunden wieder freigekommen. Das Pentagon bestätigte die Informationen der iranischen Revolutionsgarden. 

Bei dem Vorfall im Persischen Golf waren die Soldaten mit zwei Booten bei der Insel Farsi in die iranischen Hoheitsgewässer eingedrungen - vermutlich wegen eines technischen Defekts. Auf der Insel befindet sich eine iranische Marinebasis. 

Soldaten in Sicherheit - kein Hinweis auf Verletzungen

Der Iran wertete den Vorfall nicht als Spionage, sondern ging von einem technischen Defekt des Navigationssystems als Ursache aus. Auch die beiden Schiffe wurden wieder freigegeben. Die zehn Soldaten, unter ihnen eine Frau, wurden an einen sicheren Ort gebracht, wie der Marinekommandeur der Revolutionsgarden, General Ali Fadawi, sagte.

"Es gibt keine Anzeichen dafür, dass den Seeleuten während ihrer kurzen Inhaftierung Schaden zugefügt worden wäre", heißt es in einer Erklärung des US-Verteidigungsministeriums. Nachdem die Besatzung ausgetauscht wurde, seien die US-Boote zu ihrem Ziel Bahrain weitergefahren. 

Im Laufe des Tages tauchte ein Video auf, das die Seeleute während der Festnahme zeigen soll. Die Männer sitzen mit den Händen über den Köpfen an Deck ihres Bootes. Andere Bilder zeigen, wie sie mit Essen versorgt werden.

US-Marines sitzen mit erhobenen Händen an Bord eines US-Schiffes. | Bildquelle: AP
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Videoaufnahmen zeigen die US-Besatzung mit erhobenen Händen an Bord ihres Schiffes.

USA loben Kooperation mit Iran

Eine offizielle Entschuldigung von US-Seite werde gegenwärtig nicht für notwendig gehalten, sagte Mark Toner, der Sprecher des US-Außenministeriums. "Dies wurde von beiden Seiten professionell gehandhabt."

US-Außenminister John Kerry dankte dem Iran für seine Kooperation und die schnelle Lösung des Problems. "Dass dieses Thema friedlich und effizient gelöst wurde, unterstreicht die entscheidende Rolle, die die Diplomatie spielt, wenn es darum geht, unser Land sicher und stark zu machen", sagte Kerry. Vor Jahren hätte es nach einem Zwischenfall wie diesem keine so rasche Lösung gegeben.

Sieht Kerry über Völkerrechtsverletzungen des Irans hinweg?

Beide Länder unterhalten seit mehr als 35 Jahren keine diplomatischen Beziehungen. Aber seit gut zwei Jahren haben sich die Außenminister beider Länder im Rahmen der Atomverhandlungen mehrmals getroffen. Das Verhältnis verbesserte sich. Nach dem Atomabkommen vom 14. Juli 2015 arbeiten die Minister auch für eine diplomatische Lösung des Syrien-Konfliktes zusammen. Darüber hinaus soll in wenigen Tagen entschieden werden, ob die internationalen Wirtschafts- und Handelssanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Kritiker stellten Kerry deshalb die Frage, ob er über mögliche Verletzungen der Genfer Konvention durch den Iran hinwegsehe, um das Klima zwischen beiden Ländern nicht zu gefährden.

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