Multimilliardär Sandschani zum Tode verurteilt. | Bildquelle: dpa

Vorwurf der Unterschlagung Todesurteil gegen iranischen Multimilliardär

Stand: 06.03.2016 16:48 Uhr

Der iranische Multimilliardär Sandschani soll während der Zeit der Sanktionen mit Erdöl gehandelt und die erzielten Erlöse unterschlagen haben. Nun wurde der 41-Jährige wegen Korruption zum Tode verurteilt. Sandschani selbst weist die Korruptionsvorwürfe zurück.

Wegen Unterschlagung ist der iranische Multimilliardär Babak Sandschani zusammen mit zwei seiner Mitarbeiter zum Tode verurteilt worden. Das gab die iranische Generalstaatsanwaltschaft bekannt.

Zusätzlich zu den Todesstrafen sei dem 41-Jährigen und seinen Mitarbeitern die Rückzahlung des entstandenen Schaden plus eines Viertels der Summe als Strafe auferlegt worden, teilte ein Sprecher des Justizministeriums mit. Gegen das Urteil kann noch Berufung eingelegt werden.

Alle 65 Firmen Sandschanis wurden beschlagnahmt

Der Geschäftsmann Sandschani soll als Führer einer Korruptions-Bande während der Präsidentschaft von Mahmud Ahmadinedschad (2005-2013) heimlich iranisches Erdöl verkauft haben und die Milliarden-Erlöse veruntreut haben. Die Geschäfte sollen über Firmen in der Türkei, Malaysia und den Vereinigten Arabischen Emiraten abgewickelt worden sein. Der Verurteilte selbst bestreitet die Korruptionsvorwürfe und gibt an, die Weiterleitung des Geldes sei wegen der Sanktionen nicht möglich gewesen.

Der 41-jährige Sandschani hatte trotz seines jungen Alters ein riesiges Firmenimperium geschaffen, zu dem auch eine Fluggesellschaft gehörte. Nach eigenen Angaben brachten ihm seine 65 Firmen jährlich sechs bis sieben Milliarden Dollar (5,5 bis 6,4 Milliarden Euro) ein. Die Firmen wurden im Zuge des Prozesses beschlagnahmt. Nach eigenen Angaben besitzt der Geschäftsmann ein Vermögen von rund zehn Milliarden Dollar.

Multimilliardär Sandschani zum Tode verurteilt. | Bildquelle: dpa
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Multimilliardär Sandschani bei seiner Vernehmung vor Gericht im November 2015.

Präsident Rouhani geht hart gegen Korruption vor

Nach der Übernahme des Präsidentenamtes durch Hassan Rouhani 2013 hatten intensive Ermittlungen gegen diverse Korruptions-Banden begonnen. Dabei war unter anderem Sandschani festgenommen worden, seit Dezember 2013 saß er in Haft. Erst gestern hatte der liberale Rouhani seine Regierung angewiesen, noch schärfer gegen Korruption vorzugehen. Die von den Konservativen kontrollierte Justiz verhängte in den vergangenen Jahren in großen Korruptionsverfahren wiederholt die Todesstrafe.

Sandschani stand auch auf der schwarzen Liste der USA. Er hatte mit seinen Ölverkäufen auch die damaligen internationalen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran umgangen.

Die meisten der von den Vereinten Nationen, der Europäischen Union und den USA im Atomstreit mit Teheran verhängten Handels- und Finanzsanktionen wurden inzwischen aufgehoben. Entsprechende Schritte erfolgten Mitte Januar nach dem Inkrafttreten des im Juli vergangenen Jahres geschlossenen Atomabkommens mit dem Iran.

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