Karte: Jemen

Regierung in Teheran revidiert Angaben Doch kein Angriff auf Irans Botschaft im Jemen

Stand: 07.01.2016 18:28 Uhr

Es war wohl doch kein gezielter Angriff auf die Botschaft: Der Iran hat seine ersten Angaben zu einem angeblichen Raketenangriff saudi-arabischer Kampfflugzeuge auf die iranische Botschaft im Jemen revidiert. Die Rakete sei "in der Nähe" der Botschaft eingeschlagen.

Der Iran hat seine ersten Angaben zu einem angeblichen Raketenangriff saudi-arabischer Kampfflugzeuge auf die iranische Botschaft im Jemen revidiert. Nach den Worten von Vizeaußenminister Hussein Amirabdullahian ist bei einem Luftangriff auf die Hauptstadt Sanaa auch eine Rakete "in der Nähe der iranischen Botschaft" eingeschlagen. Dabei soll ein iranischer Wächter schwer verletzt worden sein.  

Das Außenministerium in Teheran hatte zunächst von einem "bewussten und vorsätzlichen Angriff Saudi-Arabiens" auf seine Botschaft gesprochen und diesen scharf verurteilt.

An dieser Darstellung hatte es von Anfang an Zweifel gegeben. Mitarbeiter der Nachrichtenagenturen AP und dpa konnten an dem Gebäude keine Schäden erkennen. Laut dpa ist das Gebäude in einem guten Zustand. Die AP berichtete, das Viertel, in dem die iranische Vertretung steht, sei in der Vergangenheit mehrfach getroffen worden. Dort befänden sich mehrere strategisch wichtige Einrichtungen.

Stellvertreterkrieg im Jemen

Der Vorfall liefert neuen Zündstoff im Konflikt der rivalisierenden Regionalmächte. Deren Verhältnis ist nach der Hinrichtung des schiitischen Oppositionellen Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien äußerst gespannt. Im schiitisch geführten Iran verwüsteten nach der Exekution am Wochenende Demonstranten diplomatische Vertretungen Saudi-Arabiens. Die Regierung in Riad brach deshalb die diplomatischen Beziehungen zu Teheran ab.

Im Jemen führen beide Länder seit Monaten eine Art Stellvertreterkrieg. Saudi-Arabien unterstützt die jemenitische Regierung im Kampf gegen die schiitischen Huthi-Rebellen, die wiederum Hilfe vom Iran bekommen. Sanaa ist in der Hand der Huthis.

Iran stoppt Importe aus Saudi-Arabien

Wegen der Spannungen verbot der Iran die Einfuhr von Waren aus Saudi-Arabien. Die jährlichen Importe aus dem Königreich in den Iran haben ein Volumen von umgerechnet rund 55 Millionen Euro. Es handelt sich vor allem um Verpackungsmaterial und Textilien.

Der iranische Staatschef Hassan Ruhani warf der saudi-arabischen Regierung vor, systematisch einen Keil zwischen schiitische und sunnitische Muslime zu treiben. Das Königreich schaffe in der Meinung der Weltöffentlichkeit außerdem "eine islamfeindliche Atmosphäre".

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