Karte: Jemen

Vorwürfe gegen saudisch geführte Allianz Luftangriff auf Irans Botschaft im Jemen?

Stand: 07.01.2016 18:05 Uhr

Die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran lassen nicht nach. Teheran warf der saudisch geführten Anti-Huthi-Allianz vor, die iranische Botschaft bei einem Luftangriff getroffen zu haben. Doch der Vorwurf scheint zweifelhaft zu sein.

Der Iran hat der von Saudi-Arabien geführten Koalition gegen Huthi-Rebellen vorgeworfen, bei einem Luftangriff die iranische Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa getroffen zu haben. Bei einem Angriff der saudiarabischen Luftwaffe auf Sanaa sei "leider eine Rakete in der Nähe unserer Botschaft eingeschlagen und hat einen Sicherheitsmann schwer verletzt", sagte Vizeaußenminister Hussein Amir Abdullahian. "Wir werden den UN-Sicherheitsrat in wenigen Stunden über Einzelheiten des Angriffs informieren", wurde er von der amtlichen Nachrichtenagentur Irna zitiert.

Mitarbeiter der Nachrichtenagenturen AP und dpa konnten an dem Gebäude allerdings keine Schäden erkennen. Laut dpa ist das Gebäude in einem guten Zustand. Die AP berichtete, das Viertel, in dem die iranische Vertretung steht, sei in der Vergangenheit mehrfach getroffen worden. Dort befänden sich mehrere strategisch wichtige Einrichtungen.

Stellvertreterkrieg im Jemen

Der angebliche Angriff liefert neuen Zündstoff im Konflikt der rivalisierenden Regionalmächte. Deren Verhältnis ist nach der Hinrichtung des schiitischen Oppositionellen Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien äußerst gespannt. Im schiitisch geführten Iran verwüsteten nach der Exekution am Wochenende Demonstranten diplomatische Vertretungen Saudi-Arabiens. Die Regierung in Riad brach deshalb die diplomatischen Beziehungen zu Teheran ab.

Im Jemen führen beide Länder seit Monaten eine Art Stellvertreterkrieg. Saudi-Arabien unterstützt die jemenitische Regierung im Kampf gegen die schiitischen Huthi-Rebellen, die wiederum Hilfe vom Iran bekommen. Sanaa ist in der Hand der Huthis.

Iran stoppt Importe aus Saudi-Arabien

Wegen der Spannungen verbot der Iran die Einfuhr von Waren aus Saudi-Arabien. Die jährlichen Importe aus dem Königreich in den Iran haben ein Volumen von umgerechnet rund 55 Millionen Euro. Es handelt sich vor allem um Verpackungsmaterial und Textilien.

Der iranische Staatschef Ruhani warf der saudi-arabischen Regierung vor, systematisch einen Keil zwischen schiitische und sunnitische Muslime zu treiben. Das Königreich schaffe in der Meinung der Weltöffentlichkeit außerdem "eine islamfeindliche Atmosphäre".

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