Karte Iran

Regelverstöße bestritten Iran bestätigt umstrittenen Raketentest

Stand: 01.02.2017 11:54 Uhr

Die Kritik aus den USA und aus Israel war heftig: Der Iran habe mit einem erneuten Raketentest gegen eine UN-Resolution verstoßen. Ja, man habe zwar eine Rakete getestet, heißt es jetzt aus Teheran - aber damit nicht gegen Regeln verstoßen.

Der Iran hat den Test einer ballistischen Rakete bestätigt. Verteidigungsminister Hossein Dehghan sagte aber, man habe damit nicht gegen das Atomabkommen und die entsprechende UN-Resolution verstoßen.

Die USA und Israel hatten dem Iran einen Verstoß gegen die UN-Resolution 2231 vorgeworfen. Der Iran bestreitet, mit Raketentests atomare Ziele zu verfolgen. Die Resolution fordert den Iran auf, keine ballistischen Raketen zu entwickeln, die mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden können. Nach der Lesart des Iran und Russlands ist die Aufforderung kein explizites Verbot.

Der Raketentest, den der Iran zunächst nicht bestätigt hatte, hatte zu neuen Spannungen zwischen dem Iran und den USA geführt. Die neue US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, bezeichnete den Test bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats als "absolut inakzeptabel". Auch Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu sprach von einem "eklatanten Verstoß" gegen UN-Resolutionen.

Verschärfte Spannungen zwischen Washington und Teheran

Der Test erfolgte zudem in einer Zeit, in der die US-iranischen Beziehungen und insbesondere das Atomabkommen vor einer Neubewertung stehen. US-Präsident Donald Trump kritisierte es mehrfach scharf kritisiert und drohte mit einem Ausstieg.

Das Atomabkommen mit dem Iran war nach jahrelangen Verhandlungen vor einem Jahr in Kraft getreten. Geschlossen hatten es die fünf UN-Vetomächte und Deutschland mit dem Iran. Es verpflichtet die Regierung in Teheran, ihre Urananreicherung drastisch zurückzufahren und verschärfte internationale Kontrollen zuzulassen. Im Gegenzug werden schrittweise die Sanktionen gegen das Land aufgehoben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Januar 2017 um 23:00 Uhr.

Darstellung: