Proteste von Regierungsanhängern in Irans heiliger Stadt Qom | Bildquelle: AFP

Regierungsanhänger im Iran "Führer, wir sind bereit"

Stand: 03.01.2018 12:29 Uhr

Im Iran sind landesweit Zehntausende Regierungsanhänger auf die Straße gegangen - in den Händen hielten sie Khamenei-Plakate. Über diese Proteste berichtet das Staatsfernsehen umfassend, die tagelangen Unruhen der Regierungsgegner bleiben Randnotizen.

Nach tagelangen und immer noch andauernden regimekritischen Protesten im Iran hat die islamische Führung des Landes offenbar nun selbst landesweit Kundgebungen organisiert. Nach Angaben des Staatsfernsehens Irib gingen Zehntausende auf die Straße, um ihre Unterstützung für das System zu demonstrieren.

Zehntausende Regierungsanhänger protestieren für islamische Führung
mittagsmagazin 13:00 Uhr, 03.01.2018, Natalie Amiri, ARD Istanbul zzt. Teheran

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Irib zeigte Livebilder von Kundgebungen in mehreren iranischen Städten. Die Menschenmengen schwenkten iranische Flaggen und hielten Bilder des religiösen Führers Ayatollah Ali Khamenei in die Höhe. "Wir geben das Blut in unseren Adern für unseren Führer", war demnach ebenfalls zu hören. In allen Kundgebungen gab es Rufe wie: "Nieder mit den USA", "Nieder mit Saudi-Arabien" und "Nieder mit Israel". Diese drei Länder sind nach Auffassung der iranischen Führung die Anstifter der Protestwelle im Land und unterstützen demnach die Demonstranten mit Geld und auch mit Waffen. Khamenei hatte sich gestern erstmals zu den Protesten geäußert, gegen die "Feinde" des Landes gewettert und auf den Mut und die Opferbereitschaft verwiesen, die das iranische Volk auszeichne.

Auch die wichtigste Reformgruppierung des Landes bezichtigte die US-Regierung, die Unruhen angeheizt zu haben. Vor allem die USA hätten die "Störenfriede" und die Gewalttaten unterstützt, erklärte die "Vereinigung der kämpfenden Kleriker" von Ex-Präsident Mohammed Chatami. Zugleich appellierten die Reformer an die Regierung, auf die wirtschaftlichen Probleme und die "berechtigten Forderungen" der Demonstranten zu reagieren. Die Iraner hätten das Recht, friedlich zu protestieren.

Auch Regimekritiker wieder auf den Straßen

In Teheran und anderen Städten gingen laut Berichten in den sozialen Medien auch die Proteste gegen das Regime weiter. Die staatlichen Medien haben diese Proteste aber noch nicht bestätigt und behaupten, dass es besonders in Teheran ruhig gewesen sei. In der Provinz Albors westlich von Teheran gilt zudem ein Versammlungsverbot.

Wer sich im Iran zu nicht genehmigten, regierungskritischen Protesten versammelt, riskiert nicht nur eine Festnahme, sondern im schlimmsten Fall die Todesstrafe. Das erklärte gestern der Vorsitzende des Teheraner Revolutionsgerichts, ein Sondertribunal der Islamischen Republik. Doch der Frust über die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse scheint bei vielen so groß zu sein, dass sie sich nicht einschüchtern lassen. "So lange ich meine Rechte nicht bekomme, bleibt es jede Nacht genau so", rufen Demonstranen auf einem der zahlreichen Internet-Videos.

Es gibt Bilder von brennenden Autos und Gebäuden, Wasserwerfern und Tränengas. Zu sehen sind vor allem Jugendliche mit Mundschutz in Kämpfen mit Sicherheitskräften. Einer reißt ein Plakat Khameneis herunter. In der Provinz Isfahan soll eine Religionsschule gebrannt haben. Überprüfen lässt sich nicht, ob die Videos tatsächlich aus der vergangenen Nacht sind.

Die vor rund einer Woche ausgebrochenen Proteste im Iran richteten sich zunächst gegen wirtschaftliche Missstände, mittlerweile wird auch gegen die Führung demonstriert. Bislang wurden 21 Menschen getötet, darunter 16 Demonstranten.

Mit Informationen von Karin Senz, ARD-Studio Istanbul

Weitere Nacht der Proteste im Iran
Karin Senz, ARD Istanbul
03.01.2018 09:28 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 03. Januar 2018 NDR Info um 08:08 Uhr und MDR aktuell um 08:47 Uhr.

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