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Bericht über Atomanlagen
Atombehörde erhebt neue Vorwürfe gegen Iran
Der Iran hat nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) die Zahl seiner Uran-Zentrifugen in einem unterirdischen Atomkomplex mehr als verdoppelt. In der stark befestigten Fordo-Anlage sei die Zahl der entsprechenden Maschinen seit Mai von 1064 auf 2140 gestiegen, heißt es in dem IAEA-Bericht. Allerdings seien nur etwa 700 der Zentrifugen, die zur Anreicherung von Uran benötigt werden, in Betrieb.
Außerdem habe der Iran seit 2010 189 Kilogramm höher angereichertes Uran hergestellt. Im Mai habe die Menge noch 145 Kilogramm betragen. Fordo liegt in einem Berg und ist damit stärker von einem Militärschlag geschützt.
Verdächtige Satellitenbilder
Die IAEA erneuerte in dem Bericht ihre Forderung nach Zugang zu der verdächtigen Militäranlage Parchin, in der sie Tests mit nuklearem Material vermutet. Jahrelang habe es rund um die Gebäude keine Arbeiten gegeben, heißt es im Bericht. Seitdem die IAEA im Januar 2012 aber Zugang zu Parchin gefordert habe, sei plötzlich viel passiert: Gebäude wurden abgerissen, Material abtransportiert und der Boden umgegraben. Eine effektive Kontrolle sei damit kaum noch möglich.
Westliche Staaten hatten bereits vor Monaten unter Berufung auf Satellitenbilder von Säuberungsarbeiten in dem Lager bei Teheran berichtet. Der Iran lehnt eine Inspektion der Anlage durch die IAEA ab, weil sie nicht zum Atomprogramm gehöre. Außenminister Ali Akbar Salehi erklärte laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna zudem, derartige Aussagen hätten keine Grundlage. Die Experten wüssten, dass es sich lediglich um einen "Vorwand" handele. Ein Stützpunkt lasse sich nicht einfach "säubern".
Atombombe? Der Iran weist alle Vorwürfe zurück
Die Regierung in Teheran wird verdächtigt, am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Der Iran weist das zurück und pocht auf sein Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie. In einer Rede auf dem Gipfel der blockfreien Staaten in Teheran bekräftigte Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei, der Iran werde "niemals nach einer Atomwaffe streben". Die jüngsten Gesprächsrunde zwischen Vertretern des Iran und der IAEA über das Atomprogramm war vor einer Woche ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte den Iran auf, im Atomstreit eine rasche diplomatische Einigung mit dem Westen zu finden und ernsthaft mit der IAEA zusammenzuarbeiten. Der UN-Chef äußerte sich in Teheran am Rande des Treffens blockfreien Staaten in Teheran.
Wenig überrascht über den IAEA-Bericht zeigte sich die US-Regierung. Schließlich sei man seit langem überzeugt, dass der Iran gegen internationale Vereinbarungen verstoße. Das Fenster für Verhandlungen sei nicht unbegrenzt geöffnet, fügte Regierungssprecher Jay Carney hinzu.
Stand: 31.08.2012 13:20 Uhr
