Reyhaneh Dschabbari

Mord oder Notwehr? Junge Iranerin trotz Protesten gehängt

Stand: 25.10.2014 11:14 Uhr

Trotz internationaler Appelle ist im Iran am Morgen eine 26-jährige Frau nach fünf Jahren in der Todeszelle hingerichtet worden. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in Teheran. Auf einer von Unterstützern der jungen Frau betreuten Facebook-Seite wurde die Meldung bestätigt.

Reyhaneh Dschabbari war wegen Mordes an einem Geheimdienstmitarbeiter verurteilt worden. Dem UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte im Iran, Ahmed Shaheed, zufolge hatte die Frau für den Mann als Innenarchitektin gearbeitet. In seiner Wohnung soll er sie sexuell belästigt haben, woraufhin sie ihn in Selbstverteidigung erstochen habe.

Schon mehr als 250 Hinrichtungen in diesem Jahr

Nicht nur im Iran, sondern auch im Westen hatte es zuletzt zahlreiche Forderungen gegeben, das Todesurteil auszusetzen. Nach Angaben der Vereinten Nationen und internationaler Menschenrechtsgruppen kam Dschabbaris Geständnis unter massivem Druck und Drohungen seitens der Anklage zustande.

Die UNO hat bereits mehr als 250 Hinrichtungen im Iran in diesem Jahr gezählt. Auch Amnesty International kritisiert die Menschenrechtslage im Iran immer wieder.

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