Iranische Studenten klettern über das Tor und stürmen am 4. November 1979 die amerikanische Botschaft in Teheran. | Bildquelle: dpa

Besetzung der Botschaft in Teheran 1979 US-Geiseln werden entschädigt

Stand: 25.12.2015 02:15 Uhr

36 Jahre nach der Besetzung der US-Botschaft in Teheran durch radikale Studenten sollen die damaligen Geiseln entschädigt werden. Möglich wird dies durch eine Regelung im US-Haushalt, die auch eine Folge der Ablehnung des Nuklearabkommens mit Iran ist.

Die 53 ehemaligen Geiseln in der US-Botschaft in Teheran sollen entschädigt werden - 36 Jahre nach der Besetzung. Jeder Betroffene oder die Hinterbliebenen erhalten für jeden der 444 Tage in Geiselhaft 10.000 Dollar und damit bis zu 4,4 Millionen Dollar (rund vier Millionen Euro), wie der Anwalt Thomas Lankford bestätigte.

Die neue Regelung ist im Ausgabengesetz enthalten, das der US-Kongress verabschiedet hatte. Darin wird unter anderem der Entschädigungsfonds für die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 verlängert sowie ein neues Entschädigungsprogramm aufgelegt für die Opfer der Anschläge gegen die US-Botschaften in Kenia und Tansania im Jahr 1998, der Anschläge auf die US-Botschaft und den US-Stützpunkt 1983 in Beirut sowie für die Opfer der Geiselnahme in Teheran.

"Ein mühsamer Kampf"

Das Kapitol in Washington | Bildquelle: dpa
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Das Entschädigungsgesetz steht im "Kleingedruckten" des US-Haushalts.

Nach Einschätzung Lankfords könnten allerdings noch Jahre vergehen, bis das Justizministerium das Geld auszahlt. "Es war ein langer und mühsamer Kampf", sagte der Anwalt, der fast alle Betroffenen vertritt, der Nachrichtenagentur AFP. "Ich hätte mir nie träumen lassen, als ich mich 1999 in dem Fall engagierte, dass ich 16 Jahre damit befasst sein würde".

Die Opfer der Geiselnahme in Teheran waren in der Vergangenheit mehrfach juristisch gescheitert. Die Wende im US-Kongress brachte offenbar auch der Ärger einiger Abgeordneter über das Nuklearabkommen mit Iran. "Es wurde klar, dass unser Fall untrennbar an die Atomverhandlungen geknüpft wurde", sagte Lankford der "New York Times".

Außerdem steht plötzlich Geld zur Verfügung - die Entschädigungen werden aus Strafzahlungen von Unternehmen finanziert, die wegen Verstößen gegen US-Sanktionen bestraft wurden. Die Firmen hatten zum Beispiel illegale Geschäfte mit dem Nordkorea, Syrien oder eben Iran getätigt.

444 Tage in Geiselhaft

Radikale iranische Studenten hatten Anfang November 1979 die US-Botschaft in Teheran gestürmt und mehr als 50 US-Diplomaten und -Bürger als Geiseln genommen. Nach gescheiterten Verhandlungen startete die US-Armee im April 1980 eine Befreiungsaktion, die scheiterte. Acht Soldaten und mindestens ein iranischer Zivilist wurden getötet. Viele der Geiseln kamen erst im Januar 1981 wieder frei.

Die Geiselnahme führte zum Bruch der bereits seit der Islamischen Revolution angespannten Beziehungen zwischen den USA und dem Iran. Die Besetzung der Botschaft führte zu ersten US-Sanktionen gegen das Land am Persischen Golf.

Iranische Studenten klettern über das Tor und stürmen am 4. November 1979 die amerikanische Botschaft in Teheran. | Bildquelle: dpa
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Iranische Studenten klettern über das Tor und stürmen am 4. November 1979 die amerikanische Botschaft in Teheran.

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