Xi und Rouhani in Teheran | Bildquelle: AP

Chinas Präsident in Teheran "Neue Ära" der Zusammenarbeit

Stand: 23.01.2016 16:05 Uhr

Schon jetzt ist China der führende Handelspartner des Iran. Das soll auch nach dem Atomabkommen mehr denn je so sein. Insgesamt 17 Verträge sind jetzt beim Besuch von Chinas Staatschef Xi in Teheran unterzeichnet worden - etwa über zwei Kernkraftwerke. Eine "neue Ära" breche an, sagte Irans Präsident Rouhani.

Der Iran und China haben bei einem Treffen der Präsidenten beider Länder in Teheran eine "neue Ära" der Zusammenarbeit besiegelt. Im Beisein des iranischen Präsidenten Hassan Rouhani und des chinesischen Staatschefs Xi Jinping wurden insgesamt 17 Verträge unterzeichnet. Dabei geht es unter anderem um den Bau von zwei Kernkraftwerken im Südiran sowie die langfristige Lieferung iranischen Öls nach China. 

"Dieses Gipfeltreffen hat besonders nach der Umsetzung des Atomabkommens eine historische Bedeutung und ist der Beginn einer neuen bilateralen Ära", sagte Rouhani. Neben den Verträgen über die Wirtschaftsbeziehungen wollen beide Länder auch politisch enger zusammenarbeiten. Besonders im Kampf gegen den Terrorismus in der Region solle den direkt davon bedrohten Ländern geholfen werden, sagte Rouhani. Was genau er damit meinte, blieb offen. 

Xi: Frieden in der Region sichern

Xi bezeichnete seine Gespräche mit Rouhani als sehr erfolgreich. China werde weiterhin der führende Handelspartner des Irans sein. In Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen würden Peking und Teheran auch politisch in der Region kooperieren, sagt Xi. Das werde nicht nur den Interessen beider Länder dienen, sondern auch den Frieden in der Region sichern, sagte Xi über einen persischen Übersetzer. 

Nach 14 Jahren ist Xi ist der erste chinesische Staatschef, der den Iran besucht. Das Handelsvolumen soll mit den neuen Verträgen sogar die Marke von 52 Milliarden Euro von 2014 überschreiten. Rouhani sprach sogar von insgesamt 555 Milliarden Dollar innerhalb der nächsten zehn Jahre.

Xi und Rouhani in Teheran | Bildquelle: AP
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Händeschütteln für die Kameras: Xi und Rouhani in Teheran

Treffen mit Khamenei geplant

Xi wird auch noch Gespräche mit dem obersten geistlichen Führer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei, führen. Der chinesische Staatschef wollte in Teheran auch im jüngsten Streit zwischen dem Iran und Saudi-Arabien vermitteln. Bis jetzt hat er sich zu dem Thema jedoch noch nicht öffentlich geäußert.

Der Iran betrachtet China als einen loyalen Partner, der laut Rouhani auch in schlechten Zeiten während der Sanktionen wegen des Atomkonflikts zu dem Land gehalten habe und daher auch nach dem Atomabkommen erster Handelspartner bleiben solle. Die iranischen Unternehmen hören das aber nicht gerne. Besonders nach dem Ende des Atomstreits und der Wirtschaftssanktionen wollen sie lieber wieder mit westlichen Ländern und Unternehmen zusammenarbeiten. So haben etwa deutsche Produkte und Unternehmen im Iran einen sehr guten Ruf.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Januar 2016 um 20:00 Uhr.

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